Religionsvertreter würdigen christlich-jüdischen Dialog

Auf der Suche nach Wegen zu Gott

Vertreter von Christentum und Judentum haben den Dialog zwischen beiden Religionen gewürdigt. Anlass ist das 50-jährige Bestehen des Gesprächskreises "Juden und Christen" beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken in Bonn.

Davidstern-Anhänger an einer Kette / © LightField Studios (shutterstock)
Davidstern-Anhänger an einer Kette / © LightField Studios ( shutterstock )

"Seit seiner Gründung am 27. Mai 1971 ist dies das einzige Gremium, in dem jüdische und christliche Gesprächspartner*innen in kontinuierlichem Austausch stehen", erklärte am Donnerstag der frühere Leiter des Kreises, Hanspeter Heinz.

Dagmar Mensink, seit 2016 gemeinsam mit Rabbiner Andreas Nachama Vorsitzende des Gesprächskreises, unterstreicht: "Dieser Erfahrungsort ist ein großes Geschenk." Der jüdisch-christliche Dialog erschließe immer wieder neue Horizonte, den Glauben an Gott zu verstehen.

Er biete zudem Gelegenheit, gemeinsam für Menschenwürde und Gerechtigkeit einzutreten. Aus Nachamas Sicht muss der Dialog auch künftig stetig vertieft werden. So blieben Menschen "in verschiedenen Glaubensweisen" auf der Suche nach Wegen zu Gott.

Jubiläumsfeier in Frankfurt geplant

Für den 8. Dezember kündigte das ZdK eine Jubiläumsfeier im Haus am Dom in Frankfurt an. Dabei solle nicht nur zurückgeschaut, sondern auch die Zukunft des jüdische-christlichen Dialogs in den Blick genommen werden, hieß es.

Beim Trierer Katholikentag 1970 wurde den Angaben zufolge die Gründung eines jüdisch-christlichen Gesprächskreises beim ZdK angeregt. Bis heute seien die Vorbereitung des jüdisch-christlichen Programms der Katholikentage und die "Diskussion grundlegender und aktueller Fragen" Schwerpunkte der Arbeit des Gesprächskreises.

Auch kritisch Position bezogen

In vielen Erklärungen habe der Gesprächskreis kritisch Stellung zu Entwicklungen in Kirche und Gesellschaft genommen sowie Impulse für ein respektvolles Miteinander gegeben, hieß es. Zuletzt hätten dabei Zukunft und Erneuerung der Erinnerungskultur im Mittelpunkt gestanden. Wiederholt habe sich der Gesprächskreis gegen antijüdische und antisemitische Stereotype in gesellschaftlichen, aber auch in kirchlichen Kontexten gestellt.

Die Darstellung des Judentums in christlichen Kinderbibeln wurde laut ZdK ebenfalls kritisch reflektiert. "Die Wertschätzung des je anderen Weges prägte den Gesprächskreis von Beginn an - und damit das klare Nein zur Judenmission, das 2009 in einer eigenen Erklärung nochmals bekräftigt wurde."

Rabbiner Andreas Nachama / © René Arnold (House of one)
Rabbiner Andreas Nachama / © René Arnold ( House of one )
Quelle:
KNA
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