Eichstätts früherer Bischof Hanke sagt als Zeuge aus

Finanzskandal vor Gericht

Dass Bischöfe vor Gericht erscheinen müssen, kommt selten vor. An diesem Dienstag sagt Gregor Maria Hanke im Prozess um den Finanzskandal von Eichstätt in München aus. Er war einst mit einem der Angeklagten persönlich befreundet.

Eichstätter Dom / © Christopher Beschnitt (KNA)
Eichstätter Dom / © Christopher Beschnitt ( KNA )

Im Prozess um den Finanzskandal des Bistums Eichstätt wird an diesem Dienstag ein wichtiger Zeuge erwartet: der frühere Bischof Gregor Maria Hanke. Er hatte Anfang 2018 den Skandal selbst publik gemacht und mit seiner Anzeige die Staatsanwälte auf den Plan gerufen. 

Pikantes Detail

Mit einem der zwei Männer auf der Anklagebank war der emeritierte Bischof einmal befreundet. Zeitweise befand sich Hanke auch selbst im Visier der Ermittler. Der 71-Jährige war bis Pfingsten 2025 Bischof von Eichstätt. Der Prozess vor dem Landgericht München II hat Anfang Januar begonnen. Verhandelt werden Vorwürfe der Untreue, Bestechung, Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung. 

Bischof em. Gregor Maria Hanke / © Julia Steinbrecht (KNA)
Bischof em. Gregor Maria Hanke / © Julia Steinbrecht ( KNA )

Inhaltlich geht es um riskante Anlagen aus dem Bistumsvermögen. Ohne Absicherung waren zwischen 2014 und 2016 Darlehen an US-Immobilienentwickler im Gesamtwert von fast 60 Millionen Dollar (rund 52,2 Millionen Euro) ausgereicht worden. Bisher sind erst etwas über 35 Millionen US-Dollar (rund 30,5 Millionen Euro) zurückgeflossen. 

Angeklagt sind ein ehemals leitender Mitarbeiter der bischöflichen Finanzkammer und einer seiner Geschäftspartner. Beide weisen die Vorwürfe der Anklage weitgehend zurück. 

Bistum Eichstätt

Das katholische Bistum Eichstätt erstreckt sich auf einer Fläche von 6.025 Quadratkilometern. In den 267 Pfarrgemeinden leben aktuell rund 334.500 Katholikinnen und Katholiken, das sind gut ein Drittel der Gesamtbevölkerung im Bistumsgebiet. 

Die historischen Wurzeln des Bistums reichen bis ins 8. Jahrhundert zurück. 740 wurde Willibald († 787), ein angelsächsischer Mönch, von Bonifatius in Eichstätt zum Priester und 741 in Sülzenbrücken bei Erfurt zum Bischof geweiht. Bischofsweihe und endgültige Niederlassung in Eichstätt markieren die Anfänge des Bistums.

Eichstätter Dom / © Armin Weigel (dpa)
Eichstätter Dom / © Armin Weigel ( dpa )
Quelle:
KNA