Düsseldorfer Dominikaner bieten Aschenkreuz "to go" an

Service für ganz Eilige

Am Mittwoch nach Karneval wird in Gottesdiensten das Aschenkreuz verteilt. Vielen Gläubigen ist das Symbol wichtig, aber ihnen fehlt die Zeit für einen Messbesuch. Die Dominikaner in Düsseldorf haben daher einen besonderen Service.

Autor/in:
Carsten Döpp
Symbolbild Spenden des Aschenkreuzes / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Symbolbild Spenden des Aschenkreuzes / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )

DOMRADIO.DE: Die Tradition, ein Aschenkreuz zu verteilen, geht bis in das 10. Jahrhundert zurück. Was steckt hinter diesem Zeichen? 

Pater Thomas Möller OP (Dominikaner der Kirche St. Andreas in Düsseldorf): Es ist die Asche, die aus dem Buchsbaum vom Palmsonntag oder vom Osterfest des Vorjahres gewonnen wird. Es ist ein Symbol für die Vergänglichkeit. Wir erinnern uns ganz bewusst am Anfang der Fastenzeit an das eigene Sterben, dass wir vergänglich sind. Aber es ist in unserer christlichen Hoffnung damit verbunden, dass der Tod eben nicht das Ende ist. Durch die Auferstehung von Jesus Christus werden wir gerettet.

DOMRADIO.DE: Sie selbst werden heute von 15 Uhr bis 17:30 Uhr Aschenkreuze unter dem Motto "Ashes to go" in der Andreas-Kirche in der Düsseldorfer Altstadt verteilen. Wie wird das ablaufen? 

Pater Thomas: Ich habe die Idee vor einigen Jahren aus der anglikanischen Welt über die sozialen Medien wahrgenommen und habe versucht, sie auf Deutschland, speziell auf Düsseldorf, zu adaptieren. Ich gehe nicht raus auf die Straße, sondern ich lade ein in die St.-Andreas-Kirche ein. 

Pater Thomas

" Jeder bestimmt den Rhythmus selber, wie viel Vorbereitungszeit er braucht und wann er nach vorne kommt, um das Aschekreuz zu empfangen."

Es ist besonders für die Berufstätigen oder die Menschen, die nicht so viel Zeit für einen ganzen Messbesuch haben. Sie sollen auch die Möglichkeit haben, das Aschekreuz zu empfangen. Ich lade in die Kirche zur Orgelmusik "Kommen, Verweilen, Empfangen und Gehen" ein. Jeder bestimmt den Rhythmus selber, wie viel Vorbereitungszeit er oder sie braucht und wann er oder sie nach vorne kommt, um das Aschekreuz zu empfangen. 

DOMRADIO.DE: Es ist ein Service für diejenigen, die keinen langen Gottesdienst wollen oder keine Zeit haben. Es ist dadurch aber nicht weniger wert, oder? 

Pater Thomas: Gerade im Rheinland gelten das Aschekreuz und auch der Blasiussegen als ein "achtes Sakrament". Den Menschen ist es wichtig, diese Zeichen zu empfangen. Den Menschen mit dieser Sehnsucht möchten wir mit dieser Aktion die Möglichkeit geben, dieses christliche Symbol zu empfangen. 

Pater Thomas

"Den Menschen mit dieser Sehnsucht möchten wir mit dieser Aktion die Möglichkeit geben, dieses christliche Symbol zu empfangen."

DOMRADIO.DE: Für viele Menschen ist der Aschermittwoch auch ein Tag, um sich Gedanken über Veränderungen im eigenen Leben zu machen. zu machen. Suchen die Menschen auch das Gespräch mit Ihnen? 

Pater Thomas: In diesem Format ist es so nicht vorgesehen und bietet kaum die Möglichkeit. Aber natürlich stehen wir als Dominikaner mit unserer offenen Kirche auch für solche Fragen immer bereit. 

Das Interview führte Carsten Döpp.

Aschermittwoch

Am Aschermittwoch beginnt die 40-tägige Fastenzeit vor Ostern. Seit Ende des 11. Jahrhunderts gibt es die Tradition, sich an diesem Tag in Gottesdiensten ein Aschenkreuz auf die Stirn zeichnen zu lassen. Die aus gesegneten Palmzweigen vom Vorjahr gewonnene Asche gilt als Symbol der Trauer und Buße.

Aschermittwoch (Symbolbild) / © vetre (shutterstock)
Quelle:
DR

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