Aschermittwoch der Künstler bringt Teebeutel-Installation über Altar

Kunst als Fastentuch der Gegenwart

Teebeutel im Chorraum? Ein ungewöhnliches Kunstwerk der aus Kolumbien stammenden Künstlerin Lisa Granada prägt die Fastenzeit im Münchner Liebfrauendom. Was bedeutet es und was hat der Aschermittwoch der Künstler damit zu tun?

In München wird zu Fastenzeit ein Kunstwerk aus gebrauchten Teebeuteln im Altarraum des Liebfrauendoms aufgehängt. / © EOM / Johannes Seyerlein  (Erzbistum München und Freising)
In München wird zu Fastenzeit ein Kunstwerk aus gebrauchten Teebeuteln im Altarraum des Liebfrauendoms aufgehängt. / © EOM / Johannes Seyerlein ( Erzbistum München und Freising )

In München wird zur Fastenzeit ein Kunstwerk aus gebrauchten Teebeuteln im Altarraum des Liebfrauendoms aufgehängt. Wie das Erzbistum München und Freising am Mittwoch mitteilte, wird die Installation "Cartografia inconclusa / Unfinishied Cartography" anlässlich des Aschermittwochs der Künstler am 18. Februar im Chorraum des Doms über dem Altar aufgehängt. Dort soll sie bis zum 31. März an die Tradition des Fastentuchs erinnern.

Teebeutel symbolisieren das Älterwerden

Kardinal Reinhard Marx feiert am Aschermittwoch zu Beginn der österlichen Bußzeit einen Gottesdienst im Liebfrauendom mit Kunstschaffenden. Das Werk der aus Kolumbien stammenden Künstlerin Lisa Granada soll darin einen Akzent setzen. Granada lässt seit 2016 in einem fortlaufenden Projekt gebrauchte Teebeutel zu einem Tuch zusammenfügen. Für die 1991 geborene Künstlerin symbolisieren die Teebeutel laut Mitteilung Erinnerung und Zeit, deren ständige Wiederholung sowie das damit verbundene Älterwerden.

Der Aschermittwoch der Künstler soll Begegnungen von Kirche und Kunst ermöglichen. Dazu gibt es zum Auftakt der Fastenzeit in zahlreichen Städten Veranstaltungen. Die Initiative dazu kam nach dem Zweiten Weltkrieg aus Frankreich. Dort strebte der katholische Schriftsteller Paul Claudel (1868-1955) mit einer solchen Begegnung einen spirituellen Neuanfang für Europa an.

Erzbistum München und Freising

Um das Jahr 724 kam der Heilige Korbinian aus Arpajon bei Paris als Wanderbischof nach Freising und predigte in Altbayern den christlichen Glauben. Er ist der geistliche Vater des Bistums Freising und des Erzbistums München und Freising. 739 wurde das Bistum Freising errichtet und entwickelte sich in der Folge zum kulturellen Zentrums Altbayerns. 

Türme des Liebfrauendoms in München / © FooTToo (shutterstock)
Türme des Liebfrauendoms in München / © FooTToo ( shutterstock )
Quelle:
KNA