Doppelspitze in Diözesankomitee der Katholiken in Münster

Laien stärken und Aufklärung anschieben

Das Diözesankomitee der Katholiken im Bistum Münster hat erstmals zwei Vorsitzende. Diese kündigten bereits an, den Ursachen von sexualisierter Gewalt verstärkt auf den Grund gehen zu wollen. Wer sind die Neuen an der Spitze im Bistum?

St.-Paulus Dom in Münster / © Natalia Paklina (shutterstock)
St.-Paulus Dom in Münster / © Natalia Paklina ( shutterstock )

Das Diözesankomitee der Katholiken im Bistum Münster hat erstmals zwei Vorsitzende. Die 41 Delegierten auf der Vollversammlung am Samstag in Dülmen wählten Brigitte Lehmann aus Geldern-Walbeck am Niederrhein und Ulrich Vollmer aus Rosendahl-Holtwick im Münsterland an die Spitze, wie die Organisation mitteilte. Das Duo löst Kerstin Stegemann ab, die nicht erneut zur Wahl antrat.

Zielsetzung: sich für Laienarbeit einsetzen

 "Wir schätzen die Teamarbeit", betonte Lehmann. "Wir werden Entscheidungen nach außen zusammen vertreten, uns für die Laien und Laiinnen in unserer Diözese einsetzen und uns den anstehenden gesellschaftlichen und kirchlichen Themen stellen." Die Zeit dränge. "Zu viele Fragen und Themen brennen auf den Nägeln."

Ein Hauptaugenmerk will das Team den Angaben zufolge auf die Ursachen sexualisierter Gewalt legen. "Oberstes Ziel muss sein, allen Betroffenen, denen großes Leid und Unrecht zugefügt wurden, gerecht zu werden", betonte Vollmer. "Wir wollen künftig allen Menschen einen sicheren Raum in der Kirche bieten."

Missbrauchsgutachten im Bistum Münster wird für Juni erwartet

Die Historikerkommission der Universität Münster, die seit September 2019 den Umgang mit Missbrauchsfällen im Bistum Münster untersucht, wird voraussichtlich im Juni ihren Bericht vorlegen. Das kündigte Bischof Felix Genn nach Angaben des Bistums am Freitagabend auf der Sitzung des Diözesanrates an. Er betonte, dass die Kommission völlig unabhängig arbeite und "freien Zugang zu allen Akten hat, die sie einsehen will". Auch er selbst werde erst bei der Vorlage des Berichts die Ergebnisse der Untersuchung erfahren, sagte Genn.

Symbolbild Missbrauch / © Harald Oppitz (KNA)

Katholische Arbeitnehmerbewegung trifft Kolpingwerk

Lehmann (66) engagiert sich laut Komitee seit mehr als 30 Jahren in der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB), viele Jahre als Diözesanvorsitzende. Sie ist Aufsichtsratsvorsitzende im KAB-Bundesverband, im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft katholischer Organisationen Deutschlands, Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) und engagiert sich beim Reformdialog der katholischen Kirche, dem Synodalen Weg.

Vollmer (64) ist den Angaben zufolge seit mehr als 45 Jahren ehrenamtlich im Kolpingwerk aktiv, auch als stellvertretender Bundesvorsitzender. Von 2008 bis 2022 war er hauptberuflich als Bundessekretär für das Kolpingwerk Deutschland in Köln tätig.

"Es gibt viel Unzufriedenheit"

Stegemann, die den Verband seit 2019 geleitet hat, zog eine gemischte Bilanz: "Es gibt Viele, denen unsere Kirche am Herzen liegt, aber auch viel Unzufriedenheit." Vor allem kircheninterne Themen wie Missbrauch, Mitbestimmung und Geschlechtergerechtigkeit, der Synodale Weg sowie Spar- und Strukturfragen hätten die Laienorganisation in den vergangenen vier Jahren intensiv beschäftigt.

"Deutlich geworden ist, wie ernst es uns mit der echten Mitbestimmung der Kirche ist", bilanzierte Stegemann. Fraglich bleibe, "welche Ziele am Ende des Synodalen Weges erreicht werden können".

Das Diözesankomitee ist der Zusammenschluss der organisierten Laien auf Bistumsebene. Das Bistum Münster hat den Angaben zufolge rund 1,7 Millionen Katholiken.

 

Quelle:
KNA
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