Domdechant Kleine lobt ehrenamtliches Engagement

"Leistungsträger unserer Gesellschaft"

Der Kölner Domdechant Robert Kleine hat im Kapitelsamt am dritten Sonntag im Jahreskreis das Engagement Ehrenamtlicher besonders hervorgehoben. Wer sich ehrenamtlich engagiere, entscheide sich für ein Miteinander und ein Füreinander.

In seiner Predigt erklärte der Kölner Domdechant Robert Kleine mit Blick auf das Evangelium, dass die Jünger ihre Berufung gefunden haben. Berufung bedeute, zu erkennen, wem man folgt.

Christen und Christinnen hätten ihre Berufung ebenfalls erkannt und versuchten, diese im Alltag zu leben. Es gebe jedoch auch eine Berufung zum Ehrenamt. Dieses sei anders als der Beruf unentgeltlich, und man setze dabei seine Talente für andere ein.

Kleine erklärt, dass sich mehr als ein Drittel der Deutschen über 14 Jahren ehrenamtlich engagiert. Sie übernähmen Verantwortung, oft im Hintergrund, "aber immer mit großer Wirkung". Wer sich ehrenamtlich engagiere, entscheide sich für ein Miteinander und ein Füreinander. "Wir brauchen Menschen, die bereit sind, Zeit zu verschenken, Energie zu investieren und Verantwortung zu übernehmen", betont Stadtdechant Kleine. Ehrenamtliche seien Leistungsträger unserer Gesellschaft.

In Zeiten des Wandels sei ehrenamtliches Engagement besonders wichtig. Ehrenamtliche verbänden oftmals Generationen, Kulturen und ganze Lebenswelten. Das baue Vorurteile ab, schaffe Vertrauen und stärke den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft.

Dritter Sonntag im Jahreskreis

DOMRADIO.DE hat am dritten Sonntag im Jahreskreis das Kapitelsamt aus dem Kölner Dom übertragen. In seiner Predigt dankte Domdechant Robert Kleine allen Ehrenamtlichen für ihr gesellschaftliches Engagement.

Der Mädchenchor am Kölner Dom hat unter der Leitung von Oliver Sperling und Cécilia Bazile gesungen. Winfried Bönig ist an der Domorgel. Der Mädchenchor sang u. a. die Missa in g-moll von Josef Gabriel Rheinberger. 

Oliver Sperling mit dem Mädchenchor am Kölner Dom / © Beatrice Tomasetti (DR)
Oliver Sperling mit dem Mädchenchor am Kölner Dom / © Beatrice Tomasetti ( DR )

Das Sonntagsevangelium erzählt, wie Jesus seine Jünger beruft – allen voran Petrus. 

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus 

Als Jesus hörte, dass Johannes ausgeliefert worden war, kehrte er nach Galiläa zurück. Er verließ Nazaret, um in Kafarnaum zu wohnen, das am See liegt, im Gebiet von Sebulon und Naftali. Denn es sollte sich erfüllen, was durch den Propheten Jesaja gesagt worden ist: 

Das Land Sebulon und das Land Naftali, die Straße am Meer, das Gebiet jenseits des Jordan, das heidnische Galiläa: Das Volk, das im Dunkel saß, hat ein helles Licht gesehen; denen, die im Schattenreich des Todes wohnten, ist ein Licht erschienen.

Von da an begann Jesus zu verkünden: Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe. Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er zwei Brüder, Simon, genannt Petrus, und seinen Bruder Andreas; sie warfen gerade ihr Netz in den See, denn sie waren Fischer. Da sagte er zu ihnen: Kommt her, mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen. Sofort ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm nach.

Als er weiterging, sah er zwei andere Brüder, Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes; sie waren mit ihrem Vater Zebedäus im Boot und richteten ihre Netze her. Er rief sie und sogleich verließen sie das Boot und ihren Vater und folgten Jesus nach. Er zog in ganz Galiläa umher, lehrte in den Synagogen, verkündete das Evangelium vom Reich und heilte im Volk alle Krankheiten und Leiden. (Mt 4, 12–23)

Auslegung zum Sonntagsevangelium von Peter Köster

Als das Wirken des Täufers ein gewaltsames Ende gefunden hat, zieht Jesus sich nach Galiläa zurück, um von Kafarnaum aus mit seiner Verkündigungstätigkeit am See Gennesaret zu beginnen. „Das Galiläa der Völker“ oder das heidnische Galiläa (Mt 4, 15), nicht das orthodoxe Juda mit Jerusalem, ist die Landschaft, in der das Evangelium dem Volk, das in Finsternis sitzt und im Schatten des Todes (Mt 4, 16), zuerst verkündet wird. Nach Galiläa wird der Auferstandene auch seinen „Brüdern“ vorausgehen. Dort werden sie ihn (wieder)sehen (Mt 28, 7.10). Dieser Neuanfang wird die Impulse des ersten Anfangs wieder aufnehmen und gegen allen Widerstand zur Entfaltung bringen (Mt 13, 3–9).

Matthäus sieht Jesus von seiner Vorgeschichte her als Sohn Davids (Mt 1, 1), als Sohn Abrahams (Mt 1, 1), als vom Heiligen Geist gezeugt (Mt 1, 18), als Retter seines Volkes von seinen Sünden (Mt 1, 21), als Gott mit uns (Mt 1, 23), als Ziel der Heiden aus dem Morgenland (Mt 2, 1–12), als Hirt seines Volkes Israel (Mt 2, 6), als Sohn Gottes (Mt 2, 15), als „Gegenbild“ zu Mose und Israel (Mt 2, 13–23), als Kyrios (Mt 3, 3) und schließlich als wahrer Sohn Gottes im Gegensatz zu Israel in der Wüste (Mt 4, 1–11). In diesem Jesus, wie der Evangelist ihn charakterisiert, wird die Wirklichkeit Gottes, seine „Herrschaft“ erfahrbar.

Peter Köster SJ (Theologe, geistlicher Lehrer, * 1936), aus: Ders., Das Matthäus-Evangelium. Eine geistliche Auslegung auf fachexegetischer Grundlage, 53, © EOS Verlag, St. Ottilien 2022

Kölner Dommusik: Die vier Chöre am Kölner Dom

Die Kölner Dommusik besteht aus vier Chören und hat mit diesen den Auftrag die Gottesdienste an der berühmten Kölner Kathedrale, dem Kölner Dom, musikalisch auf hohem Niveau zu gestalten. Darüber hinaus ist sie als Kulturbotschafter auch außerhalb Kölns eine feste Größe.

Der Mädchenchor am Kölner Dom ist einer der vier Domchöre / © Beatrice Tomasetti (DR)
Der Mädchenchor am Kölner Dom ist einer der vier Domchöre / © Beatrice Tomasetti ( DR )
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