Die Diözese Rottenburg-Stuttgart unterstützt die Not- und Katastrophenhilfe von Caritas international im laufenden Jahr mit Kirchensteuermitteln in Höhe von rund zwei Millionen Euro.
Das teilte die Diözese am Freitag mit. Das weltweit tätige Hilfswerk des Deutschen Caritasverbands könne das Geld für insgesamt neun Hilfsprojekte in Afrika, Asien, Lateinamerika, Nahost und in der Ukraine einsetzen, hieß es.
Der Schwerpunkt der Projekte, die 2026 durch die katholische Kirche in Württemberg bezuschusst werden, liegt demnach auf der Hilfe für die Opfer von Vertreibung und für Menschen auf der Flucht. Die Diözese verwies auf eine "steigende Zahl an Rückführungen aus den USA" und den "Wegbruch zahlreicher Unterstützungsangebote durch den Rückzug der US-Entwicklungsbehörde USAID".
"Geflüchtete sind keine Kriminellen"
Heinz Detlef Stäps, Leiter der Hauptabteilung Weltkirche im Bischöflichen Ordinariat des Bistums, sagte: "In einer Welt, in der die Reichen und Mächtigen die Solidarität mit Geflüchteten und Migrantinnen und Migranten aufkündigen, setzt sich die Kirche und ihre Caritas weltweit für ihre Würde ein." Er betonte, Geflüchtete seien keine Kriminellen, sondern Opfer von Krieg und Vertreibung.
Migrantinnen und Migranten in den Grenzregionen Guatemalas werde etwa durch Beratung, Unterkunft sowie medizinische und psychologische Betreuung zur Seite gestanden.
"Viele Migrantinnen und Migranten dort leiden unter prekären Lebensbedingungen, emotionalen und wirtschaftlichen Notsituationen", so die Diözese. Misshandlungen und Ausbeutung entlang der Migrationsrouten seien weit verbreitet. Im Norden Kolumbiens unterstütze die Caritas-Partnerorganisation JRS geflohene Familien etwa aus Venezuela.
"Kirche steht für Solidarität"
Oliver Müller, Leiter von Caritas international, erklärte: "Gerade angesichts weltweit schrumpfender Budgets für humanitäre Hilfe ist die Unterstützung der Diözese Rottenburg-Stuttgart alles andere als selbstverständlich." Sie zeige, dass internationale Solidarität weiterhin ein zentrales Anliegen der Kirche sei.