Käßmann für Seelsorger als Berater bei Bund-Länder-Gesprächen

"Die seelische Gesundheit der Menschen kommt bislang zu kurz"

Die evangelische Theologin Margot Käßmann fordert, dass bei Bund-Länder-Treffen zu Corona-Maßnahmen auch Seelsorger als Berater der Politiker dabei sein sollten. Auch die Seelsorge müsse mit in die Überlegungen einbezogen werden.

Margot Käßmann / © Norbert Neetz (epd)
Margot Käßmann / © Norbert Neetz ( epd )

"Die seelische Gesundheit der Menschen kommt bislang zu kurz", sagte Käßmann (62) am Donnerstagabend bei einem Online-Gespräch der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) Main-Taunus. Es genüge nicht, dass nur Virologen und Vertreter von Wirtschaftsverbänden bei solch entscheidenden Treffen "mit am Tisch" seien.

"Langzeitfolgen" befürchtet

Die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirchen in Deutschland (EKD) sagte, sie befürchte "Langzeitfolgen" der Pandemie bei vielen - auch jungen - Menschen aufgrund von Einsamkeit, Isolation und Existenzängsten. Seelsorger, etwa aus Kliniken oder Altenheimen, oder auch Vertreter von Familienverbänden sollten daher bei künftigen Treffen der Ministerpräsidenten mit der Bundeskanzlerin "die sozialen und seelischen Nöte thematisieren" können, forderte die frühere Landesbischöfin von Hannover.

Quelle:
KNA