ZdK-Geschäftsstellenleiterin fühlt sich vom Glauben getragen

Die Freude am Katholisch-Sein

Beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken läuft nicht immer alles rund. Gut, wenn man als gläubige Katholikin die Gewissheit hat, dass es wieder besser wird, sagt Lisa-Marie Singer und erläutert ihre Freude am katholischen Glauben.

Logo des ZdK (Archiv) / © Julia Steinbrecht (KNA)
Logo des ZdK (Archiv) / © Julia Steinbrecht ( KNA )

Ingo Brüggenjürgen (DOMRADIO.DE-Chefredakteur): Sehen Sie sich selbst als Mutmacherin?

Lisa-Marie Singer (Stellvertretende Geschäftsführerin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken / ZdK): Es freut mich natürlich, wenn andere das so sehen. Bewusst sehe ich mich so nicht. Aber ich hoffe natürlich, dass ich mit meinem Tun und meinem inhaltlichen Wirken als solche gelten kann. Das ist nicht das primäre Ziel, aber es freut mich, wenn es so ist.

Brüggenjürgen: Sie arbeiten Sie beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken, der größten Laienvereinigung in Deutschland. Was landet da an unangenehmen Dingen auf Ihrem Schreibtisch?

Singer: Vom ganz Kleinen bis zum etwas Größeren. Zu den kleinen, unangenehmen Dingen gehören die Sachen, die vielleicht in der Verwaltung nicht funktionieren. Oder die Frage, wie man mit dem immer knappen Budget hinkommt – bis hin zu Schwierigkeiten bei Veranstaltungsorganisationen oder den Vollversammlungen. Wir hatten vor Kurzem den großen Ökumenischen Kirchentag, bei dem ich mitarbeiten durfte. Da gibt es schon die eine oder andere Herausforderung.

Politischer Natur haben die Dinge eher meine Kolleginnen und Kollegen auf dem Tisch. Da kann ich mich dann auf die Geschäftsstellenleitung zurückziehen und muss mich nicht unbedingt positionieren, wenn ich es nicht möchte. Privat tu ich es aber dann doch relativ häufig.

Brüggenjürgen: Wenn die Dinge dann nicht so laufen, wie sie sollen: Was motiviert Sie dann, weiterzumachen?

Singer: Zum einen die Sicherheit hat, dass es wieder besser wird und ich darauf vertrauen kann und darf. Vielleicht haben wir da als gläubige Menschen den Vorteil, dass wir wissen, dass jemand da ist, der zum rechten Zeitpunkt schaut, dass es wieder besser wird. Ich bin fest davon überzeugt, dass jeder Mensch immer nur das Päckchen zu tragen bekommt, was er oder sie auch tragen kann. Das lässt mich immer zuversichtlich in die Zukunft schauen.

Brüggenjürgen: Wenn Sie sich privat als Christin positionieren, was liegt Ihnen da besonders am Herzen?

Singer: Ganz zuvorderst, die Menschenwürde zu beachten und zu schützen – in verschiedenen Ausführungen: beim Thema "Frauenrechte" oder beim Thema "Integration von Bürgern anderer Herkunft". Kinder und Jugendliche sollten wir in unserer Gesellschaft sehr viel mehr wertschätzen und sie nicht nur als Schülerinnen und Schüler wahrnehmen.

Oder der Kampf gegen Rassismus. Ich finde da meistens ein Thema, was mich beschäftigt und wo ich mich, Gott sei Dank, zusammen mit anderen engagieren kann. Das mache ich in der Regel nicht alleine, sondern immer mit anderen zusammen.

Brüggenjürgen: Was bereitet Ihnen Freude am katholischen Glauben?

Singer: Am katholischen Glauben tragen mich die ganze Zeit über, und auch in der zurzeit nicht ganz einfachen Lage, die anderen Menschen, die mit mir glauben, die sich politisch und gesellschaftlich engagieren und ihren Glauben in den Alltag, in die Gesellschaft hineintragen. Da gibt es tolle Leute. Zu wissen, dass man da auf einer Wellenlänge mit den Personen liegt, das trägt sehr weit und es sind auch viele Vorbilder dabei.

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Lisa-Marie Singer im Video-Interview (DR)
Lisa-Marie Singer im Video-Interview / ( DR )
Quelle:
DR
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