Deutsche Priester unterstützen Glaubensbrüder in Diaspora finanziell

Gehaltsspenden in Millionenhöhe

Das Diaspora-Kommissariat der deutschen Bischöfe unterstützt im Jahr 2026 Priester und Diakone in Nord-, Mittel- und Osteuropa mit 5,1 Millionen Euro. Die Hilfe stammt aus Gehaltsspenden deutscher Geistlicher.

Ein graues und ein weißes Collarhemd / © Cristian Gennari (KNA)
Ein graues und ein weißes Collarhemd / © Cristian Gennari ( KNA )

Deutsche katholische Priester unterstützen ihre Glaubensbrüder in der europäischen Diaspora auch im Jahr 2026 finanziell. Das Diaspora-Kommissariat der deutschen Bischöfe stellt insgesamt 5,1 Millionen Euro für Priester und hauptamtliche Diakone in Nord-, Mittel- und Osteuropa zur Verfügung. Die Mittel stammen aus freiwilligen Spenden deutscher Priester, die regelmäßig ein Prozent ihres Gehalts abgeben.

Die Christus-König-Kirche in Nuuk gehört der einzigen katholischen Pfarrei auf Grönland / © Georg Austen (Bonifatiuswerk)
Die Christus-König-Kirche in Nuuk gehört der einzigen katholischen Pfarrei auf Grönland / © Georg Austen ( Bonifatiuswerk )

Katholische Geistliche in Ländern, in denen die Kirche nur eine kleine Minderheit bildet, arbeiten häufig unter schwierigen Bedingungen. Weite Wege, geringe finanzielle Mittel und fehlende staatliche Unterstützung prägen vielerorts den seelsorglichen Alltag. Die finanzielle Hilfe richtet sich an Priester in der Seelsorge sowie an hauptamtliche Diakone.

Wichtiges Signal des Zusammenhalts

"Solidarität unter Priestern ist gerade in der heutigen Zeit ein wichtiges Signal des Zusammenhalts", erklärte der Geschäftsführer des Diaspora-Kommissariats und Generalsekretär des Bonifatiuswerks, Monsignore Georg Austen. Die Unterstützung reiche von Nordeuropa über das Baltikum bis in die Ukraine und stehe für ein europäisches Miteinander über Grenzen und Konflikte hinweg.

Monsignore Georg Austen / © Wilfried Hiegemann (Bonifatiuswerk)

Der größte Teil der Fördermittel fließt nach Nordeuropa. Insgesamt 4,4 Millionen Euro erhalten die Diözesen in Dänemark mit Grönland und den Färöer-Inseln, Finnland, Island, Norwegen und Schweden. Rund 2,5 Millionen Euro sind für Gehaltsstützungen vorgesehen. Weitere 1,6 Millionen Euro dienen dem Bau und der Instandhaltung von Priesterwohnungen. Für die Anschaffung von Fahrzeugen, die in den weitläufigen Regionen Nordeuropas als unverzichtbar gelten, stehen 350.000 Euro zur Verfügung. In Mittel- und Osteuropa werden Gehaltsstützungen für Priester und Diakone in Höhe von 660.000 Euro gewährt.

Vergabeausschuss entscheidet über Verteilung

Seit 2014 werden die Mittel zweckgebunden über das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken weitergeleitet. Über ihre Verteilung entscheidet ein Vergabeausschuss, dem Vertreter mehrerer deutscher Bistümer sowie kirchlicher Organisationen angehören. Der Vorsitzende des Gremiums, der Paderborner Generalvikar Prälat Thomas Dornseifer, dankte den Priestern in Deutschland für ihre Solidarität. Die Unterstützung ermögliche es der Kirche, auch in der Diaspora Seelsorge zu leisten und die christliche Botschaft in ganz Europa präsent zu halten.

Was bedeutet Diaspora?

Gebiete, in denen Mitglieder einer Religionsgemeinschaft als Minderheiten leben, werden als Diaspora bezeichnet. Das Wort kommt aus dem Griechischen und bedeutet "Zerstreuung".

Der Begriff findet seinen geschichtlichen Ursprung im Judentum. Eine Diaspora war dort gegeben, wo Juden außerhalb des Heiligen Landes lebten. Die Anfänge dieser Gruppierungen bildeten israelitisch-jüdische Handelskolonien. Es blieb jedoch nicht bei kleinen, "zerstreuten" Gemeinschaften. So erreichte die im römischen Reich lebende Diaspora eine Größe von über vier Millionen Juden.

St. Olav's Kathedrale in Oslo / © Sergio Delle Vedove (shutterstock)
St. Olav's Kathedrale in Oslo / © Sergio Delle Vedove ( shutterstock )
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