Deutsche Bischöfe und Kardinal Koch würdigen Benedikt XVI.

Vermittler zwischen Glaube und Vernunft

Am ersten Todestag von Papst Benedikt XVI. haben die deutschen Bischöfe dessen Leistungen und Persönlichkeit gewürdigt. Auch Kurienkardinal Kurt Koch rühmte sein Lebenswerk. Er betonte seine Mittlerschaft zwischen Glaube und Vernunft.

Papst Benedikt XVI. im Jahr 2012 (KNA)
Papst Benedikt XVI. im Jahr 2012 / ( KNA )

"In unseren Herzen lebt der Verstorbene weiter, denn Papst Benedikt hat seiner Kirche auch in schwierigen Zeiten Hoffnung und Orientierung vermitteln können", schrieb der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, am Sonntag auf X, dem früheren Twitter.

 Der als Joseph Ratzinger geborene Benedikt XVI. war am 31. Dezember 2022 im Alter von 95 Jahren im Vatikan gestorben.

Vermächtnis von Tiefe, Demut und Strebsamkeit

Bischof Bätzing beim Eröffnungsgottesdienst (dpa)
Bischof Bätzing beim Eröffnungsgottesdienst / ( dpa )

Sein Vermächtnis sei gezeichnet von intellektueller Tiefe, persönlicher Demut und einem unermüdlichen Streben, die Kirche auch in schwierigen Zeiten zu führen, betonte der Limburger Bischof. 

"Wer Benedikt XVI. begegnete, spürte, dass er sich immer sehr persönlich für sein Gegenüber interessierte." 

In Deutschland habe Joseph Ratzinger seine Heimat gehabt und habe hierzulande als theologischer Lehrer und Bischof das kirchliche Leben über lange Zeit mitgeprägt. 

Feiner Mensch, gläubiger Hirte und intelligenter Theologe

"Der Priester, Bischof und emeritierte Papst Benedikt – und der Mensch Joseph Ratzinger – bleiben in guter Erinnerung. In Respekt und Dankbarkeit", so Bätzing.

Kardinal Kurt Koch / © Harald Oppitz (KNA)
Kardinal Kurt Koch / © Harald Oppitz ( KNA )

Der Schweizer Kurienkardinal Kurt Koch würdigte Benedikt XVI. als einen "sehr sensiblen und aufmerksamen Papst". 

In dem vor einem Jahr Verstorbenen seien drei Eigenschaften zusammengekommen, die "selten in einer Person zusammen anzutreffen sind", sagte Koch im Interview des Schweizer Portals "kath.ch" (Sonntag): Er sei "ein feiner und demütiger Mensch, zweitens ein tief gläubiger Christ, Priester und Bischof und drittens ein gebildeter und intelligenter Theologe gewesen", so der Präfekt des Dikasteriums zur Förderung der Einheit der Christen.

Dialog gegen "Krankheiten des Glaubens und Pathologien der Vernunft"

Papst Benedikt XVI. im Jahr 2010 / © Alessia Pierdomenico (shutterstock)
Papst Benedikt XVI. im Jahr 2010 / © Alessia Pierdomenico ( shutterstock )

 Wolle man "gerecht" über Benedikt urteilen, "muss man diese drei Eigenschaften zusammen sehen", sagte Koch, den Benedikt XVI. im Jahr 2010 ins Kardinalskollegium berufen hatte.

Persönlich habe ihn außerdem immer beeindruckt, wie sehr "der Dialog zwischen Glaube und Vernunft" dem Theologen und Papst ein wichtiges Anliegen gewesen sei. 

Benedikt XVI. sei überzeugt gewesen, "dass Glaube und Vernunft aufeinander angewiesen sind und dass nur im wechselseitigen Dialog Krankheiten des Glaubens vermieden und Pathologien der Vernunft überwunden werden können", betonte der Kurienkardinal, der Protektor des Neuen Schülerkreises Joseph Ratzinger/Papst Benedikt XVI. ist.

Predigt von Erzbischof Gänswein zum ersten Todestag von Papst Benedikt XVI. im Wortlaut

"Weihnachten, der schönste Tag des Jahres!" Das hat Benedikt XVI. voller Staunen vor einem Jahr gesagt, an seinem letzten Weihnachtsfest auf dieser Erde, das er im Geiste tiefen Glaubens, inniger Freude und vertrauensvollen Gebets gefeiert hat. Heute, am Fest der Heiligen Familie, jährt sich der erste Jahrestag seines Heimgangs in das Haus des Vaters, wo er – wie wir hoffen und beten – für immer das große Geheimnis von Weihnachten betrachten kann.

Der Sekretär des ehemaligen Papstes Benedikt XVI., Erzbischof Georg Gänswein, hält a, 31.12.2023 eine Messe zum einjährigen Todestag von Papst Benedikt im Petersdom / © Andrew Medichini/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ (dpa)
Der Sekretär des ehemaligen Papstes Benedikt XVI., Erzbischof Georg Gänswein, hält a, 31.12.2023 eine Messe zum einjährigen Todestag von Papst Benedikt im Petersdom / © Andrew Medichini/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ ( dpa )
Quelle:
KNA