Deutsche Bischöfe beten für Anschlagsopfer in Nigeria

"Zusammenleben der Religionen ist gefährdet"

Nach dem Anschlag auf eine Kirche im nigerianischen Owo am Pfingstsonntag mit vielen Toten haben die deutschen Bischöfe zum Gebet für die Opfer aufgerufen. Zur Tat hat sich bislang keine Täterorganisation bekannt.

Angriff auf katholische Kirche im Süden Nigerias / © Rahaman A Yusuf (dpa)
Angriff auf katholische Kirche im Süden Nigerias / © Rahaman A Yusuf ( dpa )

 "Wo Gottes Heiliger Geist des Friedens gefeiert wurde, hat sich der Ungeist der Gewalt in Szene gesetzt. Ich bin entsetzt über diese schreckliche Bluttat, die das Zusammenleben zwischen den Religionen in Nigeria einmal mehr gefährdet", sagte der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Bertram Meier, am Dienstag.

Trotz aller Gewalt sei er überzeugt, "dass es zum Dialog keine Alternative gibt, um das friedlichen Zusammenleben in einem Land zu fördern", betonte der Augsburger Bischof weiter. Bei dem Überfall am Sonntag sind Medienberichten zufolge über 50 Menschen getötet worden.

Erster großer Anschlag auf Kirche in Südnigeria 

In der Stadt im Bundesstaat Ondo hatte sich der Anschlag der Zeitung "Punch" zufolge unmittelbar nach einem Pfingstgottesdienst ereignet.

Eine noch unbekannte Anzahl an Angreifern eröffnete demnach das Feuer auf die Gemeindemitglieder. Auch Sprengstoff soll zum Einsatz gekommen sein.

Die Sicherheitslage in Nigeria gilt seit längerem als angespannt.

Zuletzt erlebte das bevölkerungsreichste Land Afrikas eine neue Welle der Gewalt. Es ist allerdings das erste Mal, dass ein großer Anschlag auf eine Kirche im überwiegend christlichen Süden verübt wurde.

Bisher hat sich niemand zu der Attacke bekannt.

Steinmeier sichert Unterstützung zu

Nach dem Anschlag hatte es international viel Anteilnahme gegeben. Bundespräsident Steinmeier sprach seinem nigerianischen Amtskollegen Muhammadu Buhari sein Beileid aus und sagte ihm die Unterstützung Deutschlands zu. "Bei unseren Bemühungen gegen den internationalen Terrorismus werden wir auch in Zukunft zusammenstehen."

Bereits am Montag hatte Papst Franziskus in einem persönlichen Schreiben an den zuständigen Bischof von Ondo, Jude Arogundade, sein Beileid ausgesprochen. Das Kirchenoberhaupt bete für Heilung und Trost der Verletzten und Trauernden, sowie für die Bekehrung der von Hass und Gewalt Verblendeten. Zugleich erbitte er für alle Gläubigen des Bistums Stärke, um die Botschaft des Evangeliums weiterhin mit Treue und Mut zu leben.

Quelle:
KNA