Der Markusdom in Venedig erhält neue Orgel aus Bonn und Italien

Drei Millionen Euro für neuen Klang

Klang für die Zukunft: Die Bonner Firma Klais baut mit einem italienischen Partner ein neues vierteiliges Instrument für den Markusdom in Venedig. Für die Verantwortlichen ist es ein Projekt mit kultureller Strahlkraft.

 In der Sonne die funkelnde Kuppeln des Markusdoms in Venedig / © Beatrice Tomasetti (DR)
In der Sonne die funkelnde Kuppeln des Markusdoms in Venedig / © Beatrice Tomasetti ( DR )

Der Markusdom in Venedig erhält eine neue Orgel - mit Unterstützung aus Bonn. Patriarch Francesco Moraglia, Vertreter der Stadt und der beteiligten Firmen stellten das Projekt am Dienstag gemeinsam mit der Basilika-Verwaltung vor. Das Instrument soll bis Ende 2028 fertiggestellt werden - rechtzeitig zum 1.200-Jahr-Jubiläum der Überführung der Reliquien des Evangelisten Markus. Es wird mit drei Millionen Euro von der Verwaltung der Basilika finanziert.

Die Bonner Orgelbaufirma Johannes Klais wurde gemeinsam mit dem italienischen Orgelbauer Francesco Zanin aus Codroipo mit dem Großprojekt beauftragt. Geplant ist ein vierteiliges Instrument mit Haupt- und Solowerk im Altarraum sowie zwei weiteren Sektionen im Querschiff. Zudem wird die historische Callido-Orgel von 1766 unter Verwendung erhaltener Pfeifen rekonstruiert. Ziel ist eine räumlich differenzierte Klanggestaltung, abgestimmt auf die Akustik und die Mosaiken der Basilika. Der leitende Prokurator Bruno Barel sprach von einem "Eingriff von großer kultureller, musikalischer und liturgischer Bedeutung".

Reservierung und Zugangsbeitrag

Der Jurist Barel ist als erster Prokurator für den Schutz des Markusdoms und seiner Besucher zuständig. Basilika und Glockenturm können inzwischen nur noch nach einer Online-Reservierung für 10 Euro besichtigt werden. Schulklassen zahlen keinen Eintritt. Die Verwaltung der Basilika bilanzierte, im ersten Jahr mit verpflichtender Reservierung sei die Besucherzahl von rund 3,4 auf knapp 3 Millionen gesunken, während die Einnahmen mit über 20 Millionen Euro stabil geblieben seien. Warteschlangen wurden beseitigt, zugleich konnten 40 lange geschlossene Kirchen im historischen Zentrum wieder geöffnet werden.

Als Maßnahme gegen den Massentourismus müssen auch Touristen, die die Altstadt von Venedig besuchen und außerhalb der Stadt übernachten, seit 2024 einen Zugangsbeitrag zahlen. Nach zwei Testphasen gelten die Zugangsgebühren im Jahr 2026 für die Wochenenden und bestimmte weitere Tage (insgesamt 60) vom 3. April bis 26. Juli. Je nach Buchungsdatum beträgt die Gebühr 5 bis 10 Euro pro Besuchstag.

Die Orgel - Königin der Instrumente

Die Pfeifenorgel gilt als das bedeutendste und traditionsreichste Musikinstrument der christlichen Kirchenmusik. Seit dem Mittelalter ist sie untrennbar mit dem gottesdienstlichen Leben in katholischen wie evangelischen Kirchen verbunden und wird häufig als "Königin der Instrumente" bezeichnet. Ihre Besonderheit liegt nicht nur in der komplexen Technik und der Fülle an Klangfarben, sondern auch in ihrer liturgischen Funktion als tragendes und erhebendes Element des Gemeindegesangs und der musikalischen Ausgestaltung von Gottesdiensten.

 Ein Blick auf die Große Orgel und das Rosenfenster von der Westfassade Notre-Dames / © Sarah Meyssonnier (dpa)
Ein Blick auf die Große Orgel und das Rosenfenster von der Westfassade Notre-Dames / © Sarah Meyssonnier ( dpa )
Quelle:
KNA