Der heilige Josef ist der zweite Patron des Erzbistums Köln

"Glaube zeigt sich im Tun"

Mitten in der Fastenzeit setzt das Hochfest des heiligen Josef einen eigenen Akzent. Der zweite Patron des Erzbistums Köln steht für einen Glauben, der sich im Hören auf Gott und im entschiedenen Handeln bewährt.

Autor/in:
Jan Hendrik Stens
Traum des Josef in der Unterkirche der Basilika San Francesco in Assisi (Italien) / © Cristian Gennari/Romano Siciliani (KNA)
Traum des Josef in der Unterkirche der Basilika San Francesco in Assisi (Italien) / © Cristian Gennari/Romano Siciliani ( KNA )

40 Tage dauert das Fasten in der Österlichen Bußzeit. Zieht man von den 46 Tagen von Aschermittwoch bis Karsamstag die Sonntage ab, verbleiben genau diese 40 Tage. Doch unberücksichtigt davon sind zwei Hochfeste, die so gut wie immer in die Österliche Bußzeit fallen und daher für eine zusätzliche Unterbrechung des Fastens sorgen.

Am 19. März begeht die Kirche das Hochfest des heiligen Josef, Bräutigam der Jungfrau und Gottesmutter Maria, und am 25. März – genau neun Monate vor Weihnachten – feiert sie das Hochfest der Verkündigung des Herrn.

Biblische Zeugnisse knapp

Während die Liturgie in dieser Phase des Kirchenjahres sonst von Buße und Vorbereitung auf Ostern geprägt ist, tritt an diesem Donnerstag eine Gestalt in den Mittelpunkt, die gerade durch ihre Unauffälligkeit wirkt: der Bräutigam der Jungfrau Maria und Nährvater Jesu.

Darstellung des heiligen Josef in Crolles (Frankreich) / © Joan Sutter (shutterstock)
Darstellung des heiligen Josef in Crolles (Frankreich) / © Joan Sutter ( shutterstock )

Die biblischen Zeugnisse über Josef sind knapp. Vor allem das Matthäusevangelium zeichnet ihn als "gerechten" Mann, der im Gehorsam gegenüber Gottes Weisung handelt. Er nimmt Maria zu sich, schützt Mutter und Kind und sorgt für die Familie. Worte werden ihm nicht zugeschrieben – seine Sendung erfüllt sich im Tun. Gerade darin liegt das Festgeheimnis: Josef steht für einen Glauben, der nicht im Vordergrund stehen muss, um tragfähig zu sein.

Wegmarke in der Fastenzeit

Dass sein Hochfest immer in die Fastenzeit fällt, kann als eine geistliche Wegmarke gesehen werden. Josef verkörpert jene Haltung, die die Kirche in diesen Wochen einübt: Hören auf Gott, Verzicht auf das Eigene, Bereitschaft zum Aufbruch. Sein Leben ist geprägt von Entscheidungen, die aus dem Vertrauen wachsen.

Dr. Burkhard Knipping / © Beatrice Tomasetti (DR)
Dr. Burkhard Knipping / © Beatrice Tomasetti ( DR )

Der Kölner Männerseelsorger Burkhard Knipping betont, Josef sei "aufnahmefähig für Gottes Botschaften" und zugleich bereit, diese "klug und tatkräftig umzusetzen". Glaube zeigt sich demnach nicht im Reden, sondern im Handeln.

Aufstieg der Josefsverehrung

Die besondere Verehrung des heiligen Josef ist vergleichsweise spät gewachsen. Erst seit dem späten Mittelalter tritt er stärker in das Bewusstsein der Kirche, getragen von Ordensgemeinschaften und Volksfrömmigkeit. Im 17. Jahrhundert erreicht diese Entwicklung einen Höhepunkt.

Nach den Verwüstungen des Dreißigjährigen Krieges gewinnt Josef neue Bedeutung: als Schutzpatron der Kirche, der Familien und der Sterbenden. Seine Gestalt steht für Verlässlichkeit in einer Zeit tiefgreifender Unsicherheit.

Zweiter Patron in Köln seit 1676

In diesen Zusammenhang gehört auch seine Wahl zum zweiten Patron des Erzbistums Köln im Jahr 1676, nachdem 1662 auf der Diözesansynode Maria als Unbefleckte Empfängnis zur ersten Patronin erklärt worden war. Zwei Jahrhunderte später hob der Kölner Erzbischof Paulus Kardinal Melchers in einem Dekret die Bedeutung des heiligen Josef hervor und ordnete an, dass der Heilige mit einem feierlichen Hochamt in allen Pfarrkirchen liturgisch zu feiern sei. Zumindest im Kölner Dom wird dies am heutigen Tag der Fall sein, wenn Weihbischof Steinhäuser die Abendmesse im Hochchor als Pontifikalamt feiern wird.

Weihbischof Rolf Steinhäuser / © Harald Oppitz (KNA)
Weihbischof Rolf Steinhäuser / © Harald Oppitz ( KNA )

Kirchen, die dem heiligen Josef geweiht sind, gab es aber im 17. Jahrhundert noch so gut wie keine. Erst nachdem Papst Pius IX. im Dezember 1870 die gesamte katholische Kirche unter den Schutz des heiligen Josef gestellt hatte, gab dies der Josefsverehrung einen enormen Anschub. An vielen Orten entstanden ab dieser Zeit neue Josefskirchen. Später wurde Josef als Patron der Werktätigen entdeckt und damit zum Schutzherrn der katholischen Arbeiterbewegung.

Vorbild für heute

Bis heute hat das Patronat des heiligen Josef nichts von seiner Aktualität verloren. Burkhard Knipping bringt es auf eine prägnante Formel: Josef werde dort zum Vorbild, wo Menschen "die anstehende Aufgabe … erkennen und dann wirklich loslegen".

So wird das Hochfest des heiligen Josef mitten in der Fastenzeit zu mehr als einer liturgischen Unterbrechung. Es ist ein Hinweis darauf, wie christliches Leben Gestalt gewinnt: im Hören, im Vertrauen und im entschiedenen Handeln.

Männerseelsorge im Erzbistum Köln

"Warum sind so wenig Männer da?“ Diese Frage stellen sich viele katholische Gemeinden: Im Gottesdienst und im gemeindlichen Ehrenamt bzw. im Engagement für die Pfarrei beteiligen sich zwar Männer, aber proportional zur Zahl der Frauen sind es eindeutig zu wenig Männer. Die Männerseelsorge im Erzbistum Köln sieht die Ursache in  der Atmosphäre, den Umgangsformen, Vorgehensweisen und Angeboten in den Pfarreien, die eher an den Interessen von Frauen ausgerichtet seien. 

Treffen Männer schneller Entscheidungen? (shutterstock)
Treffen Männer schneller Entscheidungen? / ( shutterstock )
Quelle:
DR

Die domradio- und Medienstiftung

Unterstützen Sie lebendigen katholischen Journalismus!

Mit Ihrer Spende können wir christlichen Werten eine Stimme geben, damit sie auch in einer säkulareren Gesellschaft gehört werden können. Neben journalistischen Projekten fördern wir Gottesdienstübertragungen und bauen über unsere Kanäle eine christliche Community auf. Unterstützen Sie DOMRADIO.DE und helfen Sie uns, hochwertigen und lebendigen katholischen Journalismus für alle zugänglich zu machen!

Hier geht es zur Stiftung!