Der Blasiussegen blickt auf eine lange Geschichte zurück

Das "achte Sakrament"

Der Segen am Gedenktag des heiligen Blasius erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Oft wird er als "achtes Sakrament" bezeichnet, doch das ist irreführend. Ein Blick in Geschichte und Bedeutung dieser besonderen Segnung.

Autor/in:
Roland Müller
Symbolbild Pfarrer spendet Blasiussegen / © Harald Oppitz (KNA)
Symbolbild Pfarrer spendet Blasiussegen / © Harald Oppitz ( KNA )

Im Rheinland gilt er auch als "achtes Sakrament": der Blasiussegen. Wenn am 3. Februar oder in den Messfeiern am Sonntag davor oder danach die Segnung vor zwei gekreuzten Kerzen gesprochen wird, stehen die Gläubigen dafür oftmals Schlange. Der Blasiussegen erfreut sich großer Beliebtheit – auch über das Rheinland hinaus wird ihm eine besondere Wirkung zugesprochen.

Diese spezielle Segnung am Gedenktag des heiligen Blasius von Sebaste soll vor "Halskrankheit und allem Bösen" bewahren und "Gesundheit und Heil" schenken. Mit diesen Worten spricht der segnende Kleriker die Gläubigen an. Denn der heilige Blasius gilt unter anderem als Schutzpatron bei Halsleiden und gehört zu den Vierzehn Nothelfern.

Pfarrer spendet Blasiussegen / © Harald Oppitz (KNA)
Pfarrer spendet Blasiussegen / © Harald Oppitz ( KNA )

Wie die anderen Heiligen dieser Gruppe von Märtyrern, deren Verehrung im Mittelalter begann, stammt auch Blasius aus den ersten Jahrhunderten des Christentums. Er starb 316 und war Bischof von Sebaste im heutigen Nordosten der Türkei. Blasius wurde wahrscheinlich im Rahmen der Christenverfolgung unter dem römischen Kaiser Diokletian enthauptet. 

Segen im hellen Kerzenschein

Die Legende besagt, dass er zuvor im Gefängnis durch sein Gebet einen Jungen vor dem Erstickungstod durch eine Fischgräte heilte. Deshalb – und wegen seines Berufs als Arzt – wenden sich Gläubige besonders bei Erkrankungen im Bereich des Halses an den heiligen Blasius. Es gibt im Rheinland sogar Menschen, die im neuen Jahr erst wieder Fisch essen, wenn sie den Blasiussegen empfangen haben. 

Besonders die Verwendung von brennenden Kerzen im dunklen Februar trägt zur großen Beliebtheit der Segnung bei. Die Gesichter sowohl der Gläubigen als auch der Geistlichen oder pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die den Blasiussegen spenden, werden von den Kerzen in ein helles Licht getaucht. Wer den Blasiussegen einmal in einer dunklen Kirche als Einzelsegen empfangen hat, versteht das Faszinosum, das ihn umgibt. Verwendet werden bei der Segnung zwei in der Hand zusammengehaltene Kerzen oder solche, die am Schaft ineinander gedreht sind. 

Mit diesem besonderen Ritus ist eine weitere Legende um den Heiligen verbunden: Blasius hatte einer armen Frau durch sein Gebet dabei geholfen, ihr von einem Wolf geraubtes Schwein zurückzubekommen. Als Dank ernährte sie den Bischof von Sebaste im Gefängnis mit dem Fleisch dieses Schweins und Brot. Zudem brachte sie ihm Kerzen mit. Blasius gab ihr daraufhin den Auftrag, nach seinem bevorstehenden Martyrium einmal im Jahr zu seinem Gedächtnis eine Kerze zu entzünden.

Hoher Stellenwert in volkstümlicher Frömmigkeit

Zunächst berührte man am Gedenktag des heiligen Blasius, am 3. Februar, den Hals mit gesegneten Kerzen. Der christliche Arzt Aëtios von Amida empfahl den Blasiussegen bereits im 6. Jahrhundert als Heilmittel gegen verschluckte Fischgräten. Seit dem 17. Jahrhundert ist der heutige Brauch der Segnung zwischen zwei brennenden Kerzen bezeugt. Er findet einen Tag nach dem Fest der Darstellung des Herrn statt, das 40 Tage nach Weihnachten, am 2. Februar, gefeiert wird. Beide Tage verbindet die besondere Bedeutung der Kerzen, denn am auch Mariä Lichtmess genannten Fest werden die Kerzen für das begonnene Jahr gesegnet.

Auch wenn der Blasiussegen in der volkstümlichen Frömmigkeit einen hohen Stellenwert hat, ist er doch – anders als manchmal behauptet – kein Sakrament. Kannte die Kirche zuvor eine Vielzahl an Sakramenten, wurde ihre Zahl vom zweiten Konzil von Lyon 1274 auf sieben festgelegt. Taufe und Eucharistie werden "sacramenta maiora" oder Hauptsakramente genannt. "Sacramenta minora" sind Firmung, Eucharistie, Ehe, Weihe und Krankensalbung. 

Figur des Heiligen Blasius / © Katharina Ebel (KNA)
Figur des Heiligen Blasius / © Katharina Ebel ( KNA )

Sakramente sind sichtbare Heilszeichen, die von Jesus Christus eingesetzt wurden und von der Kirche gespendet werden. Gläubige, die ein Sakrament empfangen, können gewiss sein, dass Gott im Vollzug des heiligen Zeichens ohne ihr Zutun in ihnen wirkt. Anders ist es bei den Sakramentalien, zu denen auch der Blasiussegen zählt: Ihr Segen beruht auf dem Gebet der Kirche und dem Glauben von Spender und Empfänger. Gott kann genauso in ihnen wirken wie in den Sakramenten – beide Arten von gottesdienstlichen Handlungen ergänzen sich.

Die Sakramentalien legen sich wie ein Kranz um die Sakramente und verlängern diese in den Alltag der Gläubigen hinein. Ihre Zahl ist nicht genau festgelegt: Als Sakramentale gelten zum Beispiel Weihen, Exorzismen, gottesdienstliche Feiern, Rituale, Prozessionen oder Segnungen. Zu ihnen zählen etwa die Spendung des Aschekreuzes, die Fußwaschung, die Altarweihe – oder auch der Blasiussegen.

Blasiussegen

Der Blasiussegen soll insbesondere vor Halskrankheiten schützen. Benannt ist er nach Bischof Blasius aus dem armenischen Sebaste, der um das Jahr 316 unter dem römischen Kaiser Licinius nach grausamer Folter starb. Historisch gesicherte Erkenntnisse gibt es darüber hinaus nicht, aber es existieren eine Reihe von Legenden.

Medientyp: Bild Priester spendet Blasiussegen / © Harald Oppitz (KNA)
Medientyp: Bild Priester spendet Blasiussegen / © Harald Oppitz ( KNA )
Quelle:
DR

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