Papst Franziskus als Hoffnungsträger beim Weltjugendtag

Der alte Mann und die Jugend am Meer

Kann ein 82-jähriger Mann Hoffnungsträger für die Jugend sein? Die Erwartungen beim Weltjugendtag in Panama sind entsprechend groß. Und Papst Franziskus wird sie meistern, ist sich DOMRADIO.DE-Chefredakteur Ingo Brüggenjürgen sicher.

Hoffnungsträger Papst Franziskus / © Chaz Muth (KNA)
Hoffnungsträger Papst Franziskus / © Chaz Muth ( KNA )

Bei seiner Landung in Panama sind dem 82-jährigen die Strapazen der langen Reise nicht anzumerken. Vielleicht bekommt Papst Franziskus das leidige Thema Missbrauch im eigenen Laden nicht schnell genug vom Tisch, aber dass er sich und seine Mitstreiter schont, kann man ihm wahrlich nicht vorwerfen. Scheinbar ohne Ermüdungserscheinungen tritt er auch in Panama beim Weltjugendtag an. Panama – dem kleinen Land in Mittelamerika, in dem sich all die Probleme, die dem Heiligen Vater besonders am Herzen liegen, wie in einem Brennglas bündeln: Der kaum erträgliche Unterschied zwischen Arm und Reich, fehlende Chancen und fehlende Arbeit für alle, die Probleme der Emigration, Integration und der Korruption.

Aber wie so oft legt Franziskus durch seinen Besuch und seine Ansprachen nicht nur den Finger in die Wunden. Er wird wie immer auch zum Hoffnungsträger. Zehntausende von Jugendlichen aus aller Welt hängen begeistert an seinen Lippen, weil sie spüren, dass da einer ist, dem es zuerst um Frieden und Gerechtigkeit geht. Der alte Mann, der ihr Großvater sein könnte, verkörpert für die Jugend der Welt, die sich in Panama zu einem großen Fest des Glaubens versammelt hat, die Sehnsucht nach einer besseren Welt. Er macht Mut, dass der Glaube Berge versetzen kann.

Franziskus begeistert, weil er glaubwürdig ist. Glaubwürdig, weil er in einer Gesellschaft der menschlichen Kälte unermüdlich und unerschütterlich die wärmende göttliche Liebe verkündet. Wo andere alte Männer Mauern der Angst aufbauen, sich egoistisch immer nur selbst im Blick haben und jederzeit selbst die Größten sein wollen, baut der Pontifex Maximus, der größte Brückenbauer, tragbare Brücken der Menschlichkeit – macht Papst Franziskus sich selber klein und verweist auf einen Gott, der immer größer ist. Franziskus ist so gerade beim Weltjugendtag in Panama inmitten der betenden und feiernden Jugend – nicht nur für diese Jugendlichen ein bewundernswerter Zeuge der Liebe Gottes.

Ingo Brüggenjürgen
Chefredakteur

 

Chefredakteur Ingo Brüggenjürgen / © Edgar Schoepal (DR)
Chefredakteur Ingo Brüggenjürgen / © Edgar Schoepal ( DR )
Quelle:
DR