Münsters Seelsorge-Chefin: Nur geringe Chancen für Laienpredigt

"Das scheint mir im Moment eher schwierig zu sein"

​Die Seesorge-Chefin im Bistum Münster sieht nur geringe Chancen für eine Einführung von Laienpredigten in katholischen Messfeiern. Bei einem bundesweiten "Predigerinnentag" hatte zuletzt die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands für das Thema geworben.

Die Kanzel: Häufig der Ort für die Predigt / © Uwe Aranas (shutterstock)
Die Kanzel: Häufig der Ort für die Predigt / © Uwe Aranas ( shutterstock )

Zwar könne sie sich vorstellen, dass sich das Verständnis der Predigt von nicht geweihten Frauen und Männern in der kirchlichen Reformdebatte verändere, sagte Maria Bubenitschek am Freitag dem Online-Portal kirche-und-leben. Was die nötige Zustimmung aus dem Vatikan angeht, dämpfte die Leiterin der Hauptabteilung Seelsorge jedoch die Erwartungen. "Das scheint mir im Moment eher schwierig zu sein", sagte Bubenitschek.

Sie gehe davon aus, dass die Laienpredigt im Rahmen des Reformdialogs Synodaler Weg thematisiert werde, betonte die Seelsorgeamtsleiterin. Laut katholischem Kirchenrecht dürfen in einer Messe nur Bischöfe, Priester und Diakone - also geweihte Männer - predigen. Bei anderen Gelegenheiten können auch Laien eine Predigt halten, "wenn das unter bestimmten Umständen notwendig oder in Einzelfällen als nützlich angeraten ist".

Erfahrungen aus bundesweitem "Predigerinnentag"

Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) im Bistum Münster hatte Bischof Felix Genn vor kurzem in einem offenen Brief aufgefordert, Laienpredigten in katholischen Messfeiern einzuführen. Der Verband bezog sich auf Erfahrungen aus einem bundesweiten "Predigerinnentag", mit dem er bereits Mitte Mai für das Thema geworben hatte.

Die katholische Kirche in Deutschland befindet sich derzeit in einer Reformdebatte. Der sogenannte Synodale Weg soll vor allem die Themen Macht, Sexualmoral, Lebensform der Priester und die Rolle von Frauen in der Kirche behandeln. Unter Mitarbeit von katholischen Laien und externen Experten wollen die Bischöfe ihre Positionen zu diesen Fragen klären.

Quelle:
KNA