Caritas: Krankenhäuser sind nicht nur Wirtschaftsunternehmen

"Corona zeigt, was richtig wichtig ist"

​Die Caritas im Erzbistum Köln hebt die Bedeutung von Krankenhäusern, Altenheimen und der Armenhilfe in der Corona-Krise hervor. Kritik äußert die Caritas am gegenwärtigen wettbewerbsorientierten Geschäftsmodell für Krankenhäuser und Altenheime.

Die Corona-Krise zeigt, wie wichtig der Pflegeberuf ist / © michaeljung (shutterstock)
Die Corona-Krise zeigt, wie wichtig der Pflegeberuf ist / © michaeljung ( shutterstock )

"Corona zeigt, was richtig wichtig ist", schreibt Caritasdirektor Frank Johannes Hensel laut Vorab-Meldung in der Zeitschrift "Caritas in NRW" aus Düsseldorf. Krankenhäuser dürften nicht nur als Wirtschaftsunternehmen betrachtet werden, die "jederzeit genug Rendite erbringen müssen und dafür Personal, Ausrüstung und Notfallkapazitäten stets knapp halten". Gerade zusätzliche Kapazitäten hätten den Menschen in der Krise das Vertrauen gegeben, im Notfall gut versorgt zu sein.

Ungeeignetes Geschäftsmodell

Auch Altenheime seien als Geschäftsmodell rendite-orientierter Unternehmen ungeeignet, schreibt Hensel. "Systemrelevanz verträgt sich nicht mit einem entfesselten Wettbewerb." Pflege brauche faire, tariflich geregelte Bezahlung und ausreichend menschliche Zuwendung.

Der Caritasdirektor warnt davor, dass Lebensmittelhilfen für Arme allein auf Ehrenamt und humanitärer Hilfe basieren. In der Krise seien die Tafeln schnell leer gewesen. Wohltätigkeit greife als Instrument einer starken Sozialpolitik zu kurz, erklärt Hensel. Er fordert klare Aussagen der Sozialpolitik sowie nachhaltige und krisenfeste Strategien.

Dr. Frank Johannes Hensel (Diözesan-Caritasverband Erzbistum Köln)
Quelle:
KNA
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