Christen beten bei Lübecker Kreuzweg für Frieden in Ukraine

"Wir müssen Zusammenhalt zeigen"

Katholische und evangelische Christen haben beim ökumenischen Lübecker Kreuzweg für Frieden in der Ukraine gebetet. Unter dem Motto "Zusammenhalt" zogen mehrere Hundert Menschen mit einem Holzkreuz durch die Lübecker Innenstadt.

Gläubige tragen ein großes Holzkreuz beim ökumenischen Lübecker Kreuzweg für Frieden in der Ukraine mit Kirsten Fehrs (l. hinter dem Kreuz), Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck der Nordkirche, und Stefan Heße (m.), Erzbischof von Hamburg / © Marco Heinen (KNA)
Gläubige tragen ein großes Holzkreuz beim ökumenischen Lübecker Kreuzweg für Frieden in der Ukraine mit Kirsten Fehrs (l. hinter dem Kreuz), Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck der Nordkirche, und Stefan Heße (m.), Erzbischof von Hamburg / © Marco Heinen ( KNA )

Das teilten das Erzbistum Hamburg und die Nordkirche mit. Dabei erinnerten sie an fünf Stationen auch an das Leiden und Sterben Jesu Christi. Unter den Teilnehmern waren der katholische Erzbischof Stefan Heße, die evangelische Bischöfin Kirsten Fehrs und der frühere schleswig-holsteinische Ministerpräsident Björn Engholm (SPD).

Stefan Heße / © Julia Steinbrecht (KNA)
Stefan Heße / © Julia Steinbrecht ( KNA )

Gegen Gewalt und für Demokratie

"Seit mehr als sieben Wochen herrscht Krieg in Europa", sagte Heße. "Fassungslos, sprachlos und ohnmächtig stehen wir vor der Eskalation der Gewalt, der Not und dem Leiden der Menschen und den Trümmern unserer Friedenspolitik und unserer Vorstellungen von einem friedlichen Zusammenleben in Europa", so der Hamburger Erzbischof.

Fehrs sprach sich gegen Gewalt und für einen aktiven Einsatz für die Demokratie aus. "Wir müssen Zusammenhalt zeigen und ein Nein aussprechen, wenn Macht missbraucht wird, wenn Völkerrecht gebrochen wird", mahnte die Bischöfin im Nordkirchen-Sprengel Hamburg und Lübeck.

Kirsten Fehrs (dpa)
Kirsten Fehrs / ( dpa )

Zwei Jahren pandemiebedingte Pause

Die Prozession fand erstmals nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause wieder statt. Kirchenhistoriker halten den Lübecker Kreuzweg für den ältesten seiner Art in Deutschland.

Der Lübecker Kreuzweg wurde Ende des 15. Jahrhunderts angelegt und geriet nach der Reformationszeit in Vergessenheit. Seit 1994 wird er wieder jährlich gegangen, seit 2002 in ökumenischer Gemeinsamkeit. Er ist wie die "Via dolorosa" in Jerusalem 1.650 Meter lang und führt von der Jakobi-Kirche in der Altstadt zum Jerusalemsberg außerhalb der Innenstadt.

Kreuzweg Jesu

In Passionspielen wird der Kreuzweg Jesu nachgespielt. Der Kreuzweg erinnert an das Leiden und Sterben Jesu. Dabei handelt es sich um einen Wallfahrtsweg, bei dem der Beter den einzelnen Stationen des Weges Jesu von der Verurteilung bis zum Kreuzestod folgt. Der Begriff meint auch eine Andachtsform, bei der der Beter den Leidensweg innerlich nachvollzieht.

Kreuzweg: Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen (KNA)
Quelle:
KNA