Caritas kritisiert Pläne der Regierung zum Heizen

"Bärendienst" für Einkommensschwache

Die schwarz-rote Bundesregierung will das umstrittene Heizungsgesetz der Ampel ändern. Noch sind die Pläne nicht final, doch es wird bereits viel Widerspruch erhoben. Auch von der Caritas kommt deutliche Kritik.

Symbolbild Heizkosten / © ako photography (shutterstock)
Symbolbild Heizkosten / © ako photography ( shutterstock )

Der Deutsche Caritasverband kritisiert die bisherigen Pläne der Bundesregierung für die Vorgaben zum Heizen. Der Gesetzentwurf, der noch in der Regierung abgestimmt wird, bleibe hinter den Erwartungen zurück, sagte Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa am Mittwoch in Berlin. Die aktuelle Energiekrise mache sichtbar, wie riskant die Abhängigkeit von fossiler Energie sei. 

Maria Welskop-Deffaa / © Gordon Welters (KNA)
Maria Welskop-Deffaa / © Gordon Welters ( KNA )

Die geplante "Grüngasquote" drohe klimapolitisch wirkungsschwach zu bleiben, warnte die Caritas-Chefin. Sie teile die in die Quote gesetzten Hoffnungen nicht. Mit dem sogenannten Gebäudemodernisierungsgesetz soll das "Heizungsgesetz" geändert werden. Damit könnte eine Mindestquote von zu verwendenden nachhaltigen Brennstoffen eingeführt werden, die schrittweise steigen würde. Gas- und Ölheizungen blieben aber prinzipiell erlaubt.

Welskop-Deffaa forderte dagegen eine konsequente Umstellung auf erneuerbare Energien: "Wer Anreize für fossile Energien erhält, erweist Menschen mit wenig Einkommen ebenso wie dem Klima einen Bärendienst."

Caritas Deutschland

Der Deutsche Caritasverband (DCV) ist der größte Wohlfahrtsverband Europas. Die Dachorganisation katholischer Sozialeinrichtungen setzt sich für Menschen in Not ein. Mit rund 700.000 hauptamtlichen Mitarbeitern - 80 Prozent sind Frauen - ist die Caritas zudem der größte private Arbeitgeber in Deutschland. Der Begriff "caritas" stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Nächstenliebe. Der 1897 in Köln gegründete Verband unterhält Geschäftsstellen in Freiburg, Berlin und Brüssel.

Hinweisschild der Caritas / © Michael Althaus (KNA)
Hinweisschild der Caritas / © Michael Althaus ( KNA )
Quelle:
KNA