Drei Jahre sind vergangen seit der ersten Idee und einer intensiven Planung für die "Lichtkirche". Das mobile Gotteshaus steht jetzt auf dem Gelände der Landesgartenschau in Neuss. Am 16. April ist Eröffnung auf der ehemaligen Galopprennbahn und damit startet auch ein umfangreiches Programm in und um die "Lichtkirche".
Das rund sieben Meter hohe, lichtdurchflutete Gebäude mit transparenten Wänden wird vor allem in der Dunkelheit gut erkennbar sein und in verschiedenen Farben strahlen. Ein Ort, der Raum für Stille geben, aber auch für Begegnung und zum Anziehungspunkt für viele Menschen werden soll. Das wünschen sich Koordinatorin Ulrike Nienhaus und Kreisdechant Hans-Günther Korr. Geplant und durchgeführt wird das Projekt von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) im Raum Neuss. Katholische, evangelische und griechisch-orthodoxe Christen gestalten das Programm, um Gemeinschaft zu zeigen und zu stärken. Ulrike Nienhaus spricht von einem breiten Angebot, das besonders Familien ansprechen soll.
Großes Engagement
Über 100 Ehrenamtliche tragen dazu bei, ein vielfältiges Programm auf die Beine zu stellen: Lesungen, Mitmachangebote und Musik. Es gibt spezielle Themenwochen, in denen sich christliche Gruppierungen vorstellen. Caritas und Diakonie, das Trauernetzwerk Neuss oder die Sternwallfahrt der Matthiasbruderschaften sind beispielsweise im Laufe des nächsten halben Jahres vertreten. Zudem gibt es Gottesdienste, Mittagsgebet und geistliche Impulse. Den Auftakt gestalten der Kölner Weihbischof Rolf Steinhäuser und Präses Thorsten Latzel mit einem ökumenischen Gottesdienst am Samstag, den 18. April, um 14 Uhr.
„Leben.Freude.Zukunft.“ lautet das Motto für das Programm der "Lichtkirche". Und das soll sich an allen Stellen in der "Lichtkirche" und dem Garten der Begegnung zeigen: Eine Bank der guten Erinnerungen lädt zum Verweilen ein. Ein Hochbeet mit biblischen Pflanzen und Sträuchern regt zum Austausch an. Das Wasserspiel und das Kreuz, das im Sommer aufgestellt und auch nach der Landesgartenschau dort als Erinnerung bleiben soll, machen den Garten der Begegnung komplett.
"Wir waren uns einig, dass wir als Kirche zu den Menschen gehen wollen, denn es hilft nicht, einfach an einem Punkt zu stehen und zu warten, dass jemand kommt", sagt Nienhaus im Interview mit DOMRADIO.DE. "Wir wollen vor Ort präsent sein und die Menschen in ihrer Situation, wie sie kommen, ansprechen."
Prominente Gäste
Über 400 Veranstaltungen sind bis zum Ende der Landesgartenschau Mitte Oktober geplant, auch mit prominenten Namen: Die ehemalige EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann liest am Freitag, den 22. Mai, aus ihrem Buch "Farben der Hoffnung". Am 23. Juni zeigt der Künstler Ralf Knoblauch seine Königsskulpturen.
Bei den Verantwortlichen ist die Vorfreude groß: Pfarrer Sebastian Appelfeller, Verbandsvorsitzender der evangelischen Kirche in Neuss, betont, dass die Vorbereitungszeit zwar herausfordernd war, aber schon jetzt tiefe Freundschaften zwischen den Konfessionen entstanden seien. Kreisdechant Hans-Günther Korr ergänzt, er freue sich auf die "Gemeinde im Großen."