Makkabi Deutschland Games auf Frühjahr verschoben

Bundesweit größte jüdische Sportveranstaltung

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben: Die Veranstalter erwarten rund 700 Sportler aus den eigenen Ortsvereinen, unabhängig von deren Religionszugehörigkeit, sowie mehr als 100 Teilnehmer aus dem Ausland und prominente Gäste.

Wappen des deutschen Makkabi-Teams / © Markus Nowak (KNA)
Wappen des deutschen Makkabi-Teams / © Markus Nowak ( KNA )

Die wegen der Corona-Pandemie verschobenen jüdischen Makkabi Deutschland Games werden im kommenden Frühjahr in Düsseldorf nachgeholt. Die den Angaben zufolge bundesweit größte jüdische Sportveranstaltung ist jetzt vom 12. bis zum 16. Mai 2021 auf dem Gelände des Sportparks Niederheid geplant, wie Makkabi Deutschland in Frankfurt mitteilte.

Der geplante Ablauf

Nach einem Eröffnungsabend mit Showeinlagen und Begrüßungsreden soll es Wettkämpfe in mindestens 15 Sportarten und 25 Disziplinen geben. Darunter sind Schwimmen, Fußball, Bridge, Basketball, Fechten, Segeln, Schach und Tischtennis. Das Programm soll mit neuen Sportarten wie Klettern, Beachvolleyball und E-Gaming ergänzt werden, wie es hieß.

Zum ersten Mal dabei sei auch "die weltweit beliebteste Ballsportart für Menschen mit Sehbehinderung, Goalball". Darüber hinaus sind Workshops und der größte Schabbat Nordrhein-Westfalens geplant, wie die Veranstalter ankündigen. "Makkabi Deutschland ist stolz darauf, eine interkulturelle Veranstaltung im Sinne demokratischer Werte wie Sportgeist, Fairness und respektvolles Miteinander zu organisieren", so die Veranstalter.

Sport trifft auf Geschichte

Zu den Spielen werden auch zwei Holocaust-Überlebende erwartet: Shaul Ladany, Marathon-Läufer, Geher und Teilnehmer an den Olympischen Spielen 1972 in München, wo er knapp dem Attentat palästinensischer Terroristen auf das israelische Team entkam. Er lief bei den European Maccabi Games 2019 in Budapest den Halbmarathon unter deutscher Flagge. "Ein starkes Zeichen der Freundschaft und Versöhnung mit Deutschland", betonte Makkabi Deutschland.

Der zweite Gast ist Zvi Cohen, der 1943 als Kind nach Theresienstadt deportiert wurde und dort als Mitglied des Orchesters Mundharmonika spielte. Er hält Vorträge vor jugendlichen Sportlern. Von ihm stamme der Satz: "Die Mundharmonika hat mir das Leben gerettet."

Quelle:
KNA
Mehr zum Thema