Bundestagsabgeordnete treffen sich zum Friedensgebet

Bergpredigt vor der Sitzung

Vor der Sondersitzung des Bundestags zum Krieg in der Ukraine sind Abgeordnete am Sonntagmorgen zu einem Gottesdienst mit Friedensgebet in Berlin zusammengekommen. Der Gottesdienst fand auf Bitten von Abgeordneten statt.

Kirche St. Thomas von Aquin in der Katholischen Akademie Berlin / © Harald Oppitz (KNA)
Kirche St. Thomas von Aquin in der Katholischen Akademie Berlin / © Harald Oppitz ( KNA )

Das Unvorstellbare sei geschehen, es herrsche wieder Krieg in Europa, sagte der Bevollmächtigte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) bei Bundestag und Bundesregierung, Martin Dutzmann, in seiner Predigt. Er rief die Politiker und Politikerinnen dazu auf, "Friedensstifter" zu sein, und sich ihrer Verantwortung in der jetzigen Lage bewusst zu sein.

Gewalt nicht einfach hinnehmen

Prälat Martin Dutzmann / © Andreas Schoelzel (epd)
Prälat Martin Dutzmann / © Andreas Schoelzel ( epd )

Es sei richtig, die Gewalt nicht einfach hinzunehmen, auch wenn dies Einschränkungen und Verzicht hierzulande bedeute, sagte Dutzmann. Zudem äußerte er die Erwartung, dass Deutschland mithelfe, den vom Krieg Gezeichneten Schutz zu bieten. Der Leiter des katholischen Büros in Berlin, Karl Jüsten, brachte das Bedauern darüber zum Ausdruck, dass diplomatische Bemühungen nicht dazu geführt haben, den Krieg zu verhindern.

Prälat Karl Jüsten, Leiter des Kommissariats der Deutschen Bischöfe. / © Tim Brakemeier (dpa)
Prälat Karl Jüsten, Leiter des Kommissariats der Deutschen Bischöfe. / © Tim Brakemeier ( dpa )

Gelesen wurde in dem nachdenklichen Gottesdienst, zu dem mehrere Dutzend Abgeordnete in die katholische Kirche St. Thomas von Aquin gekommen waren, die Seligpreisungen aus der Bergpredigt Jesu. Darin enthalten ist das berühmte Bibelzitat "Selig sind, die Frieden stiften, denn sie werden Gottes Kinder heißen".

Auf Bitten von Bundestagsmitgliedern

Der ökumenische Gottesdienst mit Friedensgebet fand nach Angaben der Kirchen auf Bitten von Mitgliedern des Bundestags statt. Gekommen waren unter anderen die Wehrbeauftragte des Bundestags, Eva Högl (SPD), CDU-Parteichef Friedrich Merz und der Grünen-Politiker Konstantin von Notz. Das Parlament kommt am Sonntag zu einer Sondersitzung zusammen, in der Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) eine Regierungserklärung zur Lage in der Ukraine nach dem russischen Angriff auf das Land abgeben wird.

Fast- und Gebetstag für die Ukraine am Aschermittwoch 

Papst Franziskus hat zu einem Fast- und Gebetstag für die Ukraine am kommenden Aschermittwoch (2. März) aufgerufen.

Nach dem Angriff russischer Streitkräfte am Donnerstag erklärte Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, es sei noch Raum für Verhandlungen und Vernunft, "die die Welt vor dem Wahnsinn und Schrecken des Krieges bewahrt"."Wir Gläubigen verlieren nicht die Hoffnung auf einen Schimmer von Gewissen seitens derer, die die Geschicke der Welt in ihren Händen halten", so Parolin weiter. (KNA)

Menschen im Gebet / © Jörg Loeffke (KNA)
Menschen im Gebet / © Jörg Loeffke ( KNA )
Quelle:
epd
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