Bundesregierung fördert Islamverband nicht mehr

Gelder für Ditib gestrichen

Keine Förderung mehr: Laut Innenministerium wird die wegen ihrer Nähe zur türkischen Regierung umstrittene Türkisch-Islamische Union Ditib aus dem Bundeshaushalt nicht mehr gefördert.

Ditib will sich nicht an Kölner Demo gegen Terror beteiligen  / © Oliver Berg (dpa)
Ditib will sich nicht an Kölner Demo gegen Terror beteiligen / © Oliver Berg ( dpa )

Das Innenministerium teilte auf Anfrage am Donnerstag mit, aktuell würden keine Projekte in Trägerschaft der Ditib gefördert. Die entsprechende Förderpraxis wurde demnach überprüft und seit vergangenem Jahr wurden keine neuen Anträge in alleiniger Trägerschaft mehr bewilligt. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung (Donnerstag) darüber berichtet.

Linke: Streichung der Gelder war überfällig

Auch aus dem Familienministerium hieß es, aktuell würden keine Ditib-Vorhaben mehr gefördert. Frühere Projekte seien alle schon länger ausgelaufen. Dem Zeitungsbericht zufolge gelte auch für 2019, dass aus dem Bundeshaushalt kein Geld mehr an Ditib fließen soll.

Die Vize-Fraktionschefin der Linken, Sevim Dagdelen, sagte, die Streichung der Gelder sei überfällig gewesen. Jetzt seien auch die Bundesländer gefordert, nachzuziehen und die Zusammenarbeit zu stoppen.

Kritik am Verband wegen Nähe zur Türkei

Der Islam-Verband Ditib war wegen seiner Nähe zur Türkei in die Kritik geraten. Noch Anfang des Jahres hatte Ditib dementiert, dass deren Imame zum Gebet für den Erfolg der türkischen Militäroffensive in Syrien aufgerufen hätten. Der Verband mit Sitz in Köln hatte zudem eine Einflussnahme aus der Türkei zurückgewiesen.

Bundesregierung förderte in Millionenhöhe

Im vergangenen Jahr förderte die Bundesregierung Ditib-Projekte mit rund 1,3 Millionen Euro. Die Zusagen für dieses Jahr waren dann aber schon um 80 Prozent gekürzt worden. 2016 hatte der Bund noch 3,27 Millionen Euro an die Ditib gezahlt.

Logo der Ditib in Stuttgart / © Marijan Murat (dpa)
Logo der Ditib in Stuttgart / © Marijan Murat ( dpa )
Quelle:
KNA
Mehr zum Thema