Brot für die Welt fordert von Merz Einsatz für Reichensteuer in Davos

"Konkreter, wirksamer und gerechter Schritt"

Anlässlich des Weltwirtschaftsforums in Davos fordert Brot für die Welt eine Milliardärssteuer und die Entschuldung armer Länder zur Sicherung sozialer Fortschritte. Präsidentin Dagmar Pruin appelliert an Bundeskanzler Friedrich Merz.

Blick auf Davos / © Boris-B (shutterstock)

Die Entwicklungsorganisation Brot für die Welt fordert eine stärkere internationale Steuerpolitik sowie einen umfassenden Schuldenerlass für Länder des Globalen Südens. Präsidentin Dagmar Pruin warnte vor massiven Rückschritten in der Armutsbekämpfung durch Kürzungen in der Entwicklungspolitik. Anlass sind die Beratungen beim Weltwirtschaftsforum in Davos.

Dagmar Pruin / © Hermann Bredehorst/Brot fuer die (epd)
Dagmar Pruin / © Hermann Bredehorst/Brot fuer die ( epd )

"Die Erfolge der vergangenen Jahrzehnte in der Armutsbekämpfung, der Ernährungssicherheit und ganz besonders in der Gesundheitsversorgung stehen durch massive globale Kürzungen in der Entwicklungspolitik auf dem Spiel", sagte Pruin am Mittwoch in Berlin. Sie rief Bundeskanzler Friedrich Merz dazu auf, sich in Davos für neue Finanzierungsinstrumente einzusetzen.

Forderung nach Miliardärssteuer

Pruin forderte, eine globale Milliardärssteuer "von einem einstelligen Prozentsatz" und die Entschuldung von Ländern des Globalen Südens auf die Agenda des Weltwirtschaftsforums zu setzen. Eine globale Mindeststeuer auf Milliardärsvermögen sei dringend notwendig. Dies sei ein "konkreter, wirksamer und gerechter Schritt", so Pruin. Die Einnahmen sollten in die internationale Entwicklungsfinanzierung fließen. "Es geht um Gerechtigkeit, um die Beseitigung von Hunger und um globale Stabilität – und damit auch um eine sichere Welt für alle."

Weltweit verfügten laut Oxfam mehr als 3.000 Milliardärinnen und Milliardäre über rund 18,3 Billionen US-Dollar Vermögen, während Milliarden Menschen in Armut lebten. "Mehr als drei Milliarden Menschen leben in Ländern, die mehr Geld für den Schuldendienst als für Gesundheit oder Bildung ausgeben. Das ist untragbar", sagte Pruin.

Hilfswerk "Brot für die Welt"

Als weltweit tätiges Entwicklungswerk der evangelischen Kirchen in Deutschland ist "Brot für die Welt" nach eigenen Angaben in mehr als 90 Ländern rund um den Globus aktiv. Gemeinsam mit lokalen Partnern hat das Hilfswerk den Ansatz, die Lebenssituation armer und ausgegrenzter Menschen zu verbessern. Zentraler Schwerpunkt der Arbeit ist die Ernährungssicherung. "Brot für die Welt"  unterstützt die arme und ländliche Bevölkerung darin, mit umweltfreundlichen und standortgerechten Methoden gute Erträge zu erzielen.

"Brot für die Welt" / © Jörg Sarbach (epd)
"Brot für die Welt" / © Jörg Sarbach ( epd )
Quelle:
KNA