Braunschweiger Dom stellt Domkantor vom Dienst frei

Tiefgehende Erschütterung

Der Braunschweiger Dom hat seinen Domkantor Gerd-Peter Münden bis auf weiteres vom Dienst freigestellt, da dieser angekündigt hatte, eine kommerzielle Leihmutterschaft zu beauftragen.

Braunschweiger Dom / © Oliver Foerstner (shutterstock)

Die Verantwortlichen am Dom bedauerten es, "dass das Vorhaben des Domkantors, in Kolumbien eine kommerzielle Leihmutterschaft zu beauftragen, das gedeihliche Zusammenwirken aller Akteure am Dom tiefgehend erschüttert hat", teilte die Evangelisch-lutherische Landeskirche in Braunschweig am Mittwoch auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) mit.

Verantwortliche in ethischer Beurteilung einig

Der 56-jährige Münden leitete unter anderem die Braunschweiger Domsingschule, die größte Einrichtung für evangelische Kirchenmusik in Deutschland mit rund 600 Kindern und Erwachsenen in 21 Chören. Der Domstiftungsvorstand, das Dompfarramt und der Vorstand der Domkirchengemeinde seien sich in der ethischen Beurteilung der kommerziellen Leihmutterschaft einig, sagte Pressesprecher Michael Strauß: "Aus christlicher Perspektive lehnen sie die Leihmutterschaft nachdrücklich ab."

Weiteres Vorgehen wird geprüft

Die kommerzielle Leihmutterschaft stehe in einem starken Widerspruch zu den ethischen Grundsätzen der evangelischen Kirche, die der Domkantor öffentlich vertrete: "Weder Frauen noch Kinder dürfen zu Waren degradiert und dadurch in ihrer Menschenwürde beschädigt werden." Der Domstiftungsvorstand prüfe nun das weitere Vorgehen, hieß es. Dabei werde auch die Ankündigung des Domkantors einbezogen, sein Vorhaben abzubrechen. Münden arbeitet seit 1999 als Domkantor in Braunschweig.

Quelle:
epd