Diakonie will Impfpflicht für Personal in Pflegeeinrichtungen

Boostern und testen

Keine Debatten führen während Menschen sterben: Der Präsident der Diakonie Deutschland, Ulrich Lilie, hat sich für eine Impfpflicht des gesamten Personals von Alten- und Pflegeheimen, Behinderteneinrichtungen und Kindergärten ausgesprochen.

Eine Mitarbeiterin des Roten Kreuzes impft eine Seniorin im Rollstuhl  / © Cristian Gennari (KNA)
Eine Mitarbeiterin des Roten Kreuzes impft eine Seniorin im Rollstuhl / © Cristian Gennari ( KNA )

Nicht nur die Pflegenden, sondern auch Reinigungskräfte oder das Küchenpersonal müssten geimpft werden, sagte der Chef des evangelischen Wohlfahrtsverbandes am Montag im Interview mit dem Fernsehsender phoenix.

Mit der Einführung der Impfpflicht hofft der Theologe nach eigenem Bekunden, dass "moralisierende Diskussionen" überflüssig werden: "Wir haben nun wirklich Evidenzen, wir haben Zahlen. Wir sollten eine rationale Diskussion führen." Außerdem brauche es vor allen Einrichtungen Teststationen, damit niemand ohne negativen Test Zugang habe, so Lilie.

Forderungen an die Ampel

"Wir müssen jetzt handeln, wenn wir nicht einfach sehenden Auges in Kauf nehmen wollen, dass Debatten geführt werden, während jeden Tag ein Flugzeug abstürzt mit Menschen, die das mit ihrem Leben bezahlen", betonte Lilie im Interview.

Dafür braucht es laut Diakonie-Präsident mehr Erstimpfungen, mehr Tests und mehr Booster-Impfungen. Von der künftigen Ampel-Regierung wünsche Lilie sich, dass "wir jetzt sofort eine Task-Force einrichten" mit politischen Entscheidungsträgern von Bund und Ländern sowie Fachleuten und dass wir "eine wirklich präventive Politik machen, die vorausschauend Sicherheiten schafft und nicht hinterherläuft".

Quelle:
KNA