Münsteraner Caritas fordert freie Impfentscheidung für Pflegende

"Altenpflege ist kein Hotspot der Pandemie"

Die Caritas im Bistum Münster sieht eine Impfpflicht für Pflegende in Altenheimen kritisch. Solange es keine allgemeine Impfpflicht gebe, müsse auch Pflegenden das Recht auf eine freie Entscheidung zugestanden werden, so Caritasdirektor Kessmann.

Münsteraner Caritas fordert freie Impfentscheidung für Pflegende / © dts Nachrichtenagentur (KNA)
Münsteraner Caritas fordert freie Impfentscheidung für Pflegende / © dts Nachrichtenagentur ( KNA )

In ihrem wichtigen Dienst müssten die Fachkräfte öffentliche Unterstützung erfahren. Der Bundescaritasverband hatte sich hingegen offen für eine Impfpflicht für bestimmte Berufe gezeigt.

Höhere Impfquoten

"Die Altenpflege ist kein Hotspot der Pandemie", führte Heinz-Josef Kessmann aus. In den 205 Altenheimen des katholischen Sozialverbands lägen die Impfquoten zwischen 75 und 98 Prozent und somit deutlich höher als in der Gesamtbevölkerung. Ungeimpfte würden täglich getestet, Geimpfte mehrfach in der Woche. Um die Bewohnerinnen und Bewohner noch besser vor einer Corona-Infektion zu schützen, müssten nicht nur die Pflegenden sondern auch die Angehörigen geimpft sein.

Viele Seniorinnen und Senioren haben laut Kessmann bereits die Drittimpfung erhalten. Nur "sehr selten" komme es zu schweren Corona-Verläufen. "Nicht die Bewohner der Altenheime belegen die Intensivbetten, sondern fast ausschließlich die Ungeimpften - oft auch jüngeren Alters ohne Vorerkrankungen", so der Caritasdirektor.

Kessmann: Ungeimpfte an ihre Verantwortung erinnern

Er schlug vor, Ungeimpfte verstärkte an ihre Verantwortung zu erinnern. Die im neuen Infektionsschutzgesetz geregelten Kontaktbeschränkungen begrüßte Kessmann, wobei diese Maßnahme zu spät komme. Die Länder müssten die Regeln nun konsequent umsetzen und deren Einhaltung kontrollieren.

Heinz-Josef Kessmann / © Harald Oppitz (KNA)
Heinz-Josef Kessmann / © Harald Oppitz ( KNA )
Quelle:
KNA
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