Das Bistum Passau plant für 2026 erneut einen Fehlbetrag in seinem Haushalt ein. Er werde aber geringer ausfallen als im Vorjahr, teilte das Bistum am Montag mit. Demnach wird mit einem Minus von 1,6 Millionen Euro gerechnet. 2025 seien es sechs Millionen Euro gewesen.
Die Kirchensteuereinnahmen blieben in den nächsten Jahren zwar voraussichtlich stabil. Denn die Zahl der Austritte sei gestiegen, zugleich verdienten Kirchenmitglieder aber auch mehr Geld, etwa durch Tarifsteigerungen. Dennoch machten sich die allgemeinen Preissteigerungen und steigende Personalkosten bemerkbar, hieß es.
Als Reaktion darauf wolle das Bistum wie schon in den vergangenen Jahren überprüfen, welche Baumaßnahmen nötig seien und in welchem Umfang sie durchgeführt würden. Außerdem wolle man verschiedene Tätigkeitsbereiche in der Diözese prüfen und priorisieren. Zusätzlich würden Haushaltszuschüsse um fünf Prozent gekürzt. Diese gingen vor allem an die Verbände des Bistums. Finanzdirektor Josef Sonnleitner sagte laut Mitteilung, dass diese Kürzungen aber nicht dazu führten, dass ein Verband zahlungsunfähig werde.
Neue Zuschussmöglichkeiten
Die pastoralen Räume sowie die Qualifizierung für Ehrenamtliche hingegen würden gezielt gestärkt, erklärte Sonnleitner. Dafür gebe es neue Zuschussmöglichkeiten. Denn diese Bereiche würden aus Rücklagen finanziert und nicht aus der Kirchensteuer.
Das Bistum plant den Angaben zufolge 2026 mit einem Haushalt von 140 Millionen Euro. Davon sollen etwa 35 Prozent auf die Seelsorge entfallen und jeweils etwa acht Prozent auf soziale Dienste und die kategoriale Seelsorge, also etwa Jugendarbeit, Familienpastoral und Krisenseelsorge. Weitere rund 18 Prozent sind für den Bereich Schule, Bildung und Kunst vorgesehen. Projekte über das Bistum hinaus, etwa in der Weltkirche, unterstützt die Diözese mit weiteren fünf Prozent.
Etwa 22 Prozent fließen in deren zentrale Einrichtungen. Gut drei Prozent sind für den Unterhalt zentraler Stiftungsgebäude, sonstige Verpflichtungen und als Deckungsreserve vorgesehen.