Bistum Osnabrück muss sparen und setzt auf Ehrenamtliche

"Auf einem guten Kurs"

Steigende Ausgaben, sinkende Mitgliederzahlen und ein drohender Personalmangel setzen das Bistum Osnabrück unter Druck. Mit tiefgreifenden Reformen will die Diözese dennoch auch in Zukunft handlungsfähig bleiben.

Das Bistum Osnabrück muss sparen / © Sina Ettmer Photography (shutterstock)
Das Bistum Osnabrück muss sparen / © Sina Ettmer Photography ( shutterstock )

Trotz stabil erwarteter Einnahmen sieht das Bistum Osnabrück besorgt in die finanzielle und personelle Zukunft. 

Osnabrücker Generalvikar Ulrich Beckwermert (Bistum Osnabrück)

Steigende Ausgaben und ein absehbarer Personalrückgang bereiten den Verantwortlichen Kopfzerbrechen, wie diese am Dienstag in Osnabrück darlegten. Mit einer Konsolidierung sei es nicht getan, so Generalvikar Ulrich Beckwermert. Deswegen habe die Diözese 2024 einen breit angelegten Veränderungsprozess begonnen. Dieser betreffe Finanzen, Gebäude, Verwaltung und die Gewinnung von Ehrenamtlichen.

Finanziell plant das Bistum für dieses Jahr mit einem um knapp acht Millionen Euro niedrigeren Haushalt als im Jahr 2024. Er umfasst 211 statt 219 Millionen Euro. Die Einnahmen stammen zu 85 Prozent aus der Kirchensteuer. An der Verteilung der Ausgaben hat sich laut Finanzdirektorin Astrid Kreil-Sauer in den vergangenen Jahr wenig geändert. Ein knappes Drittel (67 Millionen) geht in die Kirchengemeinden, knapp 16 Prozent in soziale Dienste (33,1 Millionen), etwas mehr in Bildung, Kunst und Medien (34,1 Millionen), dort vor allem für die Schulen in kirchlicher Trägerschaft.

Konsolidierung zeigt erste Wirkung

Nach einem Minus von gut einer Million Euro im Jahr 2023 konnte das Bistum laut Kreil-Sauer 2024 "eine schwarze Null" vorlegen. Eine ähnliche Bilanz erwarte man für das Jahr 2025. Bei der 2022 begonnenen Konsolidierung sei man "auf einem guten Kurs", so die Finanzdirektorin.

Zwar rechnet die Diözese bis 2040 trotz sinkender Mitgliederzahlen mit etwa gleich bleibenden Kirchensteuereinnahmen in Höhe von 167 Millionen Euro. Wegen steigender Ausgaben bei Löhnen und Gehältern sowie Gebäudeinvestitionen gehe aber die Schere stark auseinander, sofern nicht die notwendigen Strukturanpassungen gelängen.

Sorge um das Seelsorgepersonal

Sorge bereiten dem Bistum nicht nur die Finanzen, sondern auch die Personalentwicklung. So könnte die Zahl der Seelsorger in den nächsten 15 Jahren um 40 Prozent sinken. Dies sei nicht nur demografisch begründet, so Bruno Krenzel, verantwortlich für den Transformationsprozess im Bistum. Vor allem bei den Studienanfängern für Theologie und Religionspädagogik sei die Entwicklung sehr unsicher.

Weil die Kirche weiter in Dörfern, Stadtteilen und Zentren präsent bleiben wolle, setze man stark auf das Ehrenamt, betonte Generalvikar Beckwermert. Menschen zu gewinnen, die sich ehrenamtlich in einer Gemeinde, einem Altenzentrum oder einer anderen Einrichtung engagieren, sei allerdings ein heikler Punkt, so Krenzel. In Gremien wolle kaum noch jemand mitarbeiten, bei Zeltlagern und Besuchsdiensten hingegen herrsche kein Mangel.

Das Bistum Osnabrück umfasst Gebiete von der Nordseeküste über Ostfriesland und das Emsland bis nach Bremen. Ihm gehören knapp 500.000 katholische Christinnen und Christen an. Geleitet wird es von Bischof Dominicus Meier.

Bistum Osnabrück

Das Bistum Osnabrück besteht seit mehr als zwölf Jahrhunderten. Die Anfänge gehen bis aufs Jahr 780 zurück, als Kaiser Karl der Große in Osnabrück eine Missionsstation errichtete. Im Laufe der Jahrhunderte änderte sich die räumliche Gestalt des Bistums Osnabrück mehrfach.

Sonnenschein am Dom zu Osnabrück / © Nicolas Ottersbach (DR)
Sonnenschein am Dom zu Osnabrück / © Nicolas Ottersbach ( DR )
Quelle:
KNA