Bistum Münster plant mit Millionen-Defizit für 2026

Haushalt trotzdem "solide"

Das Bistum Münster plant im Haushalt 2026 für seinen nordrhein-westfälischen Teil ein Defizit von 18,9 Millionen Euro ein. Erträgen von 766,1 Millionen Euro stünden Aufwendungen von 785 Millionen Euro gegenüber, hieß es.

St.-Paulus-Dom in Münster / © Chi_Chirayu (shutterstock)
St.-Paulus-Dom in Münster / © Chi_Chirayu ( shutterstock )

Das teilte das mitgliederstärkste deutsche Bistum am Montag mit. In der Diözese leben nach eigenen Angaben rund 1,9 Millionen Katholiken, einschließlich des niedersächsischen Teils, dem sogenannten Offizialatsbezirk Oldenburg.

Der Leiter des Sachgebiets Haushaltsmanagement, Rainer Decker, erklärte den Haushalt trotzdem für solide. Das Defizit solle aus einer Ausgleichsrücklage finanziert werden. Für Unsicherheiten sorgten insbesondere höhere Lohn- und Versorgungskosten der Mitarbeiter sowie die derzeit schwache Konjunkturlage.

Mitgliederschwund bemerkbar

Laut Diözese hat auch die Mitgliederentwicklung Auswirkungen. Aufgrund des demografischen Wandels und vieler Austritte werde binnen zehn Jahren die Mitgliederzahl im NRW-Teil voraussichtlich von 1,4 Millionen Katholiken auf rund eine Million in sinken. "Die Mitgliederentwicklung verläuft langfristig negativ, so dass weitere strategische Sparmaßnahmen erforderlich sein werden", sagte Decker.

Bereits 2025 hatte der Kirchensteuerrat Einsparungen bis zum Jahr 2030 in Höhe von 45 Millionen Euro beschlossen.

Den größten Posten der Erträge für 2026 macht den Angaben zufolge die Kirchensteuer mit knapp 455 Millionen Euro aus (59 Prozent). Dies sei eine Steigerung von rund 21 Millionen im Vergleich zu 2025, weil sich die Einnahmen besser entwickelt hätten, als in der vergangenen Haushaltsplanung erwartet. Hinzu kämen Zuwendungen und allgemeine Umlagen für Kirchengemeinde, Bildung, soziale und kulturelle Zwecke.

Die höchsten Aufwendungen gibt es laut Bistum für die Kirchengemeinden mit 252 Millionen Euro. Alleine die dort angesiedelten Kitas finanziere das Bistum mit knapp 40 Millionen Euro. Der zweitgrößte Ausgabenposten seien Schulen mit 46,7 Millionen Euro, gefolgt von "Sozialem" mit 43,2 Millionen und Verwaltung mit 31 Millionen Euro. Für Bildung und Kunst werde mit rund 21 Millionen geplant.

Bistum Münster

Mit rund 1,59 Millionen Katholikinnen und Katholiken ist das Bistum Münster die mitgliederstärkste Diözese in Deutschland. Aber auch hier hat die Kirche mit schwindenden Mitgliederzahlen und den Folgen daraus zu kämpfen. Zwar rechnet das Bistum für das laufende Jahr mit Kirchensteuereinnahmen von rund 454,7 Millionen Euro. Die "Kirchensteuerkraft" – also das, was sich die Diözese mit dem Geld leisten kann – lässt aber stark nach: Bis 2060 soll sie sich im Vergleich zu 2017 halbiert haben.

Sankt-Paulus-Dom in Münster. / © Jörg Loeffke (KNA)
Sankt-Paulus-Dom in Münster. / © Jörg Loeffke ( KNA )
Quelle:
KNA