Bischof Wilmer warnt vor "gefährlichen Tendenzen" in eigenen Reihen

“Kirche muss Hoffnung geben”

Beim Katholikentag in Würzburg war viel politische Prominenz zu Gast. Die Kirche gilt wieder als wichtiger Partner und wird geschätzt. Zum Abschluss des Christentreffens erklärte der DBK-Vorsitzende Bischof Wilmer, warum das so ist.

Heiner Wilmer, ernannter Bischof von Münster und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), spricht bei einem Podium zum Synodalen Weg beim 104. Katholikentag am 16. Mai 2026 in Würzburg. / © Katharina Gebauer (KNA)
Heiner Wilmer, ernannter Bischof von Münster und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), spricht bei einem Podium zum Synodalen Weg beim 104. Katholikentag am 16. Mai 2026 in Würzburg. / © Katharina Gebauer ( KNA )

Die katholische Kirche wird nach Einschätzung des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz von vielen Politikerinnen und Politikern sehr anerkannt. Dies habe er in den vergangenen Wochen bei seinen Besuchen in Berlin festgestellt, sagte Bischof Heiner Wilmer beim Katholikentag in Würzburg: “In jedem Gespräch ohne Ausnahme wurde die Rolle der Kirche sehr geschätzt im Sinne einer Einrichtung und Großgruppe, die für den Zusammenhalt sorgt, die für Sinn sorgt und Menschen Hoffnung gibt.”

Wenn sich Angst oder Hysterie breitmache, biete die Kirche Halt, bei Katastrophen auch Trost, sagte Wilmer im Gespräch mit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Die Kirche müsse darauf achten, gefährliche politische Tendenzen nicht auch in ihren eigenen Reihen stärker werden zu lassen: “Ich glaube schon, dass wir auch als Kirche natürlich Kinder unserer Zeit sind, sowohl in Deutschland als auch in den USA. Es gibt auch in unserer Kirche Kräfte, die mit extremeren Positionen liebäugeln, nicht nur von rechts, auch von links.”

“Größte humanitäre Katastrophe” im Sudan

Eine wichtige Aufgabe der Kirche sieht Bischof Wilmer darin, sich für Menschen einzusetzen, denen es schlecht geht. Besonders dramatisch sei aktuell die Lage der Menschen im Sudan (Afrika): “Über den Krieg im Sudan, die größte humanitäre Katastrophe zurzeit der Menschheit, wird kaum gesprochen. Kirche muss Anwältin aller Menschen sein, die so fürchterlich heimgesucht werden.”

Der 65-Jährige zeigte sich zuversichtlich, dass viele Begegnungen und Veranstaltungen des Katholikentags auch nach dem Abschluss am Sonntag das Leben der Teilnehmerinnen und Teilnehmer prägen werden: “Das Gefühl, dass wir zusammenstehen, die feste Gewissheit: Ich bin als gläubiger Mensch nicht allein; das wird schon bleiben. Das trägt auch darüber hinaus.”

Heiner Wilmer war Ende Februar zum Vorsitzenden der Bischofskonferenz gewählt worden. Im Juni wechselt der Hildesheimer Bischof an die Spitze des Bistums Münster.

Katholikentage

Deutsche Katholikentage sind Treffen, bei denen sich die Kirche mit ihren Verbänden und Institutionen über mehrere Tage der Öffentlichkeit präsentiert. Sie finden in der Regel alle zwei Jahre in wechselnden Städten statt.

Bei Katholikentagen diskutieren zehntausende Christen über kirchliche und gesellschaftspolitische Themen und feiern Gottesdienste. Veranstalter ist das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK); Gastgeber ist die jeweilige Diözese des Austragungsortes.

Logo des 104. Deutschen Katholikentags, "Hab Mut, steh auf!"  / © Hannah Krewer (KNA)
Logo des 104. Deutschen Katholikentags, "Hab Mut, steh auf!" / © Hannah Krewer ( KNA )
Quelle:
KNA