Bischof Bätzing offen für "Wahrheitskommission"

"Wir haben diese dunkle Vergangenheit"

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, hat seine Bereitschaft zur Veränderung der katholischen Kirche bekräftigt. Er zeigt sich auch offen für eine Mitarbeit bei einer "Wahrheitskommission" seitens der Politik.

Bischof Georg Bätzing / © Harald Oppitz (KNA)
Bischof Georg Bätzing / © Harald Oppitz ( KNA )

Mit Blick auf den vielfachen Missbrauchsskandal sagte der Limburger Bischof am Freitag im RBB-Inforadio, es gebe jetzt einen großen Impuls zu sagen, "wir müssen die systemischen Ursachen, die dazu geführt haben, verändern".

Beratungen beim Synodalen Weg

In Frankfurt am Main tagt seit Donnerstag der katholische Reformdialog Synodaler Weg. Noch bis Samstag beraten 230 Delegierte des Synodalen Wegs über Konsequenzen aus der Missbrauchskrise.

Bischof Georg Bätzing (Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz)

"Wir haben diese dunkle Vergangenheit, die auch noch Gegenwart ist"

Bätzing sprach von einem ganz wichtigen Moment für die Kirche: "Wir haben diese dunkle Vergangenheit, die auch noch Gegenwart ist." Dabei zeigte er sich auch bereit, in einer sogenannten "Wahrheitskommission" zur Aufarbeitung des Missbrauchsskandals mitzuarbeiten, sollte diese von der Politik eingesetzt werden.

Bundesregierung soll helfen

Aber schon jetzt arbeite die Kirche nicht alleine das Problem auf: "Wir haben die Bundesregierung gebeten, uns zu helfen." Sollte die Politik die Verantwortung zur Aufarbeitung des vielfachen Missbrauchs in der Gesellschaft übernehmen, "dann sind wir gerne dabei", sagte Bätzing.

Synodaler Weg plant "Schuldbekenntnis" zu Missbrauch

Vor dem Hintergrund der jüngsten Missbrauchsgutachten plant das katholische Reformvorhaben Synodaler Weg einen Arbeitskreis zum Thema "Schuldbekenntnis". Bei der Synodalversammlung in Frankfurt bezeichnete der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, das Gutachten aus München und Freising als "Beben". Er fügte hinzu: "Es wird nicht das letzte gewesen sein – andere Diözesen werden folgen. Und jedes Mal werden wir wieder mit tiefen Abgründen konfrontiert, die mich mit Scham erfüllen."

 © Julia Steinbrecht (KNA)
© Julia Steinbrecht ( KNA )

Quelle:
epd