Bischof Ackermann entschuldigt sich für Pseudonymoffenlegung

Vor 40 Mitarbeitenden

Bischof Stephan Ackermann vom Bistum Trier hat sich bei einer bekannten Betroffenen sexueller Übergriffe für die Offenlegung ihres Pseudonyms entschuldigt. Nähere Angaben machte das Bistum nicht.

Liebfrauenkirche und Trierer Dom / © Julia Steinbrecht (KNA)
Liebfrauenkirche und Trierer Dom / © Julia Steinbrecht ( KNA )

Der Trierer katholische Bischof Stephan Ackermann hat sich bei der unter dem Pseudonym "Karin Weißenfels" bekannten Betroffenen sexueller Übergriffe für die Offenlegung ihres Pseudonyms entschuldigt. Das Bistum Trier teilte am Montag auf Anfrage mit, der Bischof habe sich an Frau Weißenfels gewandt und sie um Entschuldigung gebeten. Nähere Angaben machte das Bistum nicht.

Bischof Stefan Ackermann / © Harald Tittel (dpa)
Bischof Stefan Ackermann / © Harald Tittel ( dpa )

In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass der Bischof den bürgerlichen Namen der als "Karin Weißenfels" bekannten Frau vor rund 40 Mitarbeitenden des Bistums genannt haben soll. Einem Bericht des "Trierischen Volksfreunds" zufolge soll der Bischof daraufhin eine Unterlassungserklärung unterzeichnet haben; er müsse eine Strafe zahlen, sollte er den Klarnamen erneut nennen. Betroffeneninitiativen hatten den Bischof für die Aufhebung des Pseudonyms stark kritisiert.

Die Frau berichtete mehrfach als Karin Weißenfels von "geistlichem Missbrauch" und sexuellen Übergriffen durch einen Priester vor rund 30 Jahren. Sie gibt an, damals als Erwachsene von einem ihr vorgesetzten Priester schwanger geworden und von ihm und einem weiteren Priester zu einer Abtreibung gedrängt worden zu sein. Dem Bistum wirft sie zu nachsichtiges Verhalten gegenüber den Beschuldigten vor.

Chronik des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche

Januar 2010: Der Leiter des Canisius-Kollegs der Jesuiten in Berlin, Pater Klaus Mertes, macht durch einen Brief an ehemalige Schüler den Missbrauchsskandal an seiner Schule bekannt. Jesuiten hätten in den 1970er und 80er Jahren Schüler sexuell missbraucht. Er löst damit eine Welle von Enthüllungen zu Missbrauchsfällen in der Kirche, aber auch in Schulen und anderen Institutionen aus.

Canisius-Kolleg in Berlin / © Christoph Scholz (KNA)
Canisius-Kolleg in Berlin / © Christoph Scholz ( KNA )
Quelle:
KNA