Bischöfe der Georgischen Kirche wählen neuen Patriarchen

Führungswechsel in Tiflis

Der 57 Jahre alte Metropolit Schio Mujiri ist neues Oberhaupt der Georgischen Orthodoxen Kirche. Er leitet bereits seit 2017 übergangsweise das Patriarchat in Tiflis und galt als Favorit nach Erkrankung seines Vorgängers.

Blick auf Tiflis, Georgien / © hkoca (shutterstock)

Die Patriarchenwahl fand am Montag im Rahmen eines erweiterten Kirchenkonzils in Tiflis statt. Mehr als 1.200 Delegierte nahmen laut Kirchenangaben an der Versammlung in der Dreifaltigkeitskathedrale teil. Das Wahlrecht stand aber nur den 39 Bischöfen der Georgischen Kirche zu.

Der Metropolit mit dem bürgerlichen Namen Elizbar Mujiri galt als Favorit. Schon seit Ende 2017 bekleidet er übergangsweise das Amt des Patriarchatsleiters, das ihm der damalige Patriarch Ilia II. aus gesundheitlichen Gründen übertrug. Ilia II. war am 17. März im Alter von 93 Jahren gestorben.

Studium in Moskau

Patriarch Schio wurde am 1. Februar 1969 in Tiflis geboren. 1991 trat er als Novize in das Kloster Schio-Mgvime ein und wurde 1993 zum Mönch geweiht. Er erhielt den Namen Schio. 1995 wurde er vom Patriarchen Ilia II. zum Diakon und 1996 zum Priester geweiht.

Sein Theologiestudium absolvierte Schio in Batumi und Moskau. Im Jahr 2003 wurde er zum Bischof des neu gegründeten Bistums Senaki und Tschchorotsq gewählt und 2009 zum Erzbischof ernannt. 2017 erfolgte die Ernennung zum Stellvertreter des Patriarchen von Georgien.

Religion und Kirche in Georgien

Georgien ist ein Staat in Vorderasien am Schwarzen Meer südlich des Kaukasus mit rund 4,9 Millionen Einwohnern. Die Hauptstadt Tiflis liegt auf demselben Breitengrad wie Rom. 1918 erklärte sich Georgien erstmals für unabhängig. 1922 wurde es ein Teil der Sowjetunion, 1991 wieder unabhängig. Georgien ist eine parlamentarische Demokratie. 

Blick auf Georgiens Hauptstadt Tiflis / © Markus Nowak (KNA)
Blick auf Georgiens Hauptstadt Tiflis / © Markus Nowak ( KNA )
Quelle:
KNA