Bischöfe aus Konfliktregion setzen Hoffnung in Marienweihe

Freude und Dankbarkeit

Die katholischen Bischöfe Russlands und der Ukraine haben Papst Franziskus für einen bevorstehenden besonderen liturgischen Akt für beide Länder gedankt. Auf diesen geistlichen Akt hat das ukrainische Volk lange gewartet.

Papst Franziskus berührt das Gemälde einer Madonna / © Paolo Galosi/Romano Siciliani (KNA)
Papst Franziskus berührt das Gemälde einer Madonna / © Paolo Galosi/Romano Siciliani ( KNA )

Die Russische Bischofskonferenz teilte am Mittwoch auf ihrer Internetseite mit, mit Freude und Dankbarkeit hätten ihre Mitglieder aufgenommen, dass Franziskus am 25. März im Petersdom Russland und die Ukraine dem Unbefleckten Herzen Mariens weihen werde.

Der griechisch-katholische Kiewer Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk erklärte, auf diesen geistlichen Akt habe das ukrainische Volk lange gewartet. Ähnlich äußerte sich die römisch-katholische Bischofskonferenz der Ukraine, die am Donnerstag ein an neun Tagen verrichtetes Vorbereitungsgebet (Novene) dazu begann.

Unter Schutz von Maria stellen

Der Vatikan hatte am Dienstag angekündigt, Franziskus werde im Rahmen einer Bußfeier am Festtag Mariä Verkündigung in Rom Russland und die Ukraine dem Unbefleckten Herzen Mariens weihen. Der Sozialbeauftragte des Papstes, Kurienkardinal Konrad Krajewski, soll demnach am selben Tag in Fatima ebenfalls diesen Ritus vollziehen. Bei einer solchen Weihe wird Maria gebeten, die Menschen oder ganze Länder unter ihren mütterlichen Schutz zu nehmen, sie vor Gefahren und Versuchungen zum Bösen zu bewahren.

Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk (dpa)
Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk / ( dpa )

Schewtschuk verwies darauf, dass die Katholiken der Ukraine den Papst bereits 2014 um die Marienweihe gebeten hätten, da man sich davon eine Eindämmung des damals ausgebrochenen Krieges im Osten des Landes erwartet habe. Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine vor drei Wochen hätten Gläubige aus allen Teilen der Welt darum gebeten, eine solche Weihe vorzunehmen. Für die nunmehrige Entscheidung des Papstes gebe es in seiner Kirche große Dankbarkeit.

Bischof Clemens Pickel (l.) mit Erzbischof Heiner Koch / © Markus Kremser (KNA)
Bischof Clemens Pickel (l.) mit Erzbischof Heiner Koch / © Markus Kremser ( KNA )

Der Bischof von Saratow im Südwesten Russlands, Clemens Pickel, erklärte: "Der Papst möchte Maria etwas ans Herz legen, nämlich die Bitte um ein schnelles Ende des Blutvergießens. Wir werden mit ihm beten, da wo wir sind."

Marienweihe mit langer Tradition

Die Frömmigkeitsform der Marienweihe habe in der Ukraine und Russland eine lange Tradition, hieß es aus der ukrainischen katholischen Kirche. Schon Fürst Jaroslaw der Weise (979-1054) habe das Volk der Rus-Ukraine dem Schutz der Heiligen Jungfrau Maria empfohlen.

Mehrmals sei diese Weihe erneuert worden: 1995, 2014 für die ukrainische griechisch-katholische Kirche sowie erneut am 23. Oktober 2016 in Fatima.

Von Franziskus wiederholte Weihe

Am 31. Oktober 1942 hatte Papst Pius XII. die ganze Menschheit dem Unbefleckten Herzen Mariens geweiht. Im Nachgang der Weihe von 1942 wurden etliche Länder dem Unbefleckten Herzen Mariens geweiht, darunter 1954 auch Deutschland.

2013 wiederholte Franziskus die Weihe der ganzen Menschheit an das Herz Mariens. Dieses gilt nach katholischer Tradition als unbefleckt, weil Maria schon seit der Zeit im Schoß ihrer Mutter von der Erbsünde unbelastet sei.

Marienweihe

Die Weihe an die Gottesmutter Maria ist eine Frömmigkeitsform der katholischen Kirche. Dabei werden Einzelpersonen oder Gruppen, Kirchen oder Klöster, Bistümer oder Nationen der Fürbitte Mariens und ihrem besonderen Schutz anvertraut. Die Marienweihe wird häufig, aber nicht nur in Ausnahmesituationen praktiziert.

Statue der Gottesmutter Maria / © Tanakorn Moolsarn (shutterstock)
Statue der Gottesmutter Maria / © Tanakorn Moolsarn ( shutterstock )
Autor/in:
Oliver Hinz
Quelle:
KNA