Benediktinerinnen feiern neue Klostergründung in Düsseldorf

"Kurort für die Seele des Menschen"

In Düsseldorf wurde feierlich ein neues Kloster eröffnet. Die Benediktinerinnen aus Köln-Raderberg gründeten im Stadtteil Angermund eine Niederlassung. Das ist keine Selbstverständlichkeit mehr, so Weihbischof Dominikus Schwaderlapp.

Emmanuela Kohlhaas, Benediktinerin vom Heiligsten Sakrament und Gründerin des Benediktinerinnenklosters Sankt Katharina von Siena, läutet am 8. September 2023 die Glocke zum Gebet im Kloster in Düsseldorf / © Julia Steinbrecht (KNA)
Emmanuela Kohlhaas, Benediktinerin vom Heiligsten Sakrament und Gründerin des Benediktinerinnenklosters Sankt Katharina von Siena, läutet am 8. September 2023 die Glocke zum Gebet im Kloster in Düsseldorf / © Julia Steinbrecht ( KNA )

Untergekommen sind die bislang sechs Nonnen in einem Gebäude aus den 1960er-Jahren. Es gehörte früher einem anderen Orden; die Dominikanerinnen gaben ihr Katharinenkloster wegen Nachwuchsmangels auf.

"Es ist alles andere als selbstverständlich, in diesen Zeiten eine Klostergründung zu feiern", sagte der Kölner Weihbischof Dominikus Schwaderlapp.

 

Benediktiner-Schwestern bezeugen Wert von Gebet und Zeit für Gott

Die Dominikanerinnen hätten mit der Weihe des Klosters auf den Tag genau vor 54 Jahren den Grund gelegt, auf dem die Benediktinerinnen nun aufbauten.

Die Schwestern seien ein lebendiges Zeichen dafür, dass es keine Zeitverschwendung sei, sich Zeit für Gott und das Gebet zu nehmen. Christsein bedeute aber nicht, ein Sonderleben zu führen.

In diesem Sinne öffneten die Benediktinerinnen ihr Kloster für Gäste, um Einblick zu gewähren in ihr Leben mit Gott. 

Eine Ordensfrau richtet die Decke in einem Zimmer für Gäste im Benediktinerinnenkloster Sankt Katharina von Siena, am 8. September 2023 in Düsseldorf / © Julia Steinbrecht (KNA)
Eine Ordensfrau richtet die Decke in einem Zimmer für Gäste im Benediktinerinnenkloster Sankt Katharina von Siena, am 8. September 2023 in Düsseldorf / © Julia Steinbrecht ( KNA )

Der Düsseldorfer Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) sprach von einem "Tag des Segens und der Ermutigung."

Wiederbelebung des Klosters als wichtiges Zeichen der Zuversicht

Denn die Kirche leide momentan unter verlorenem Vertrauen, wie die Austrittszahlen zeigten. Da sei die Wiederbelebung des Klosters für viele Gläubige ein wichtiges Zeichen der Zuversicht. Keller zeigte sich erfreut darüber, dass die Schwestern ihr Haus für Gäste öffneten.

"Sie sind kein Hotel, wohl aber ein Rückzugsort" und damit ein "Kurort für die Seele des Menschen". Die Schwestern begegneten den Menschen ohne Vorschriften und nähmen sie in der Vielfalt ihrer Lebensentwürfe an. "Diese Offenheit passt auch hervorragend zu Düsseldorf, denn wir sind eine vielfältige Stadt."

Niederlassung muss in 15 Jahren von Köln unabhängig sein

Die rund 30 Kölner Benediktinerinnen hatten am 2. Februar 2021 die Neugründung beschlossen. In dem Gottesdienst unterzeichneten die sechs nach Angermund gewechselten Schwestern eine Erklärung, dass sie den Schritt freiwillig gegangen sind.

Binnen 15 Jahren muss die Niederlassung gemäß Kirchenrecht von Köln unabhängig und autonom werden. Geleitet wird die Gemeinschaft von Schwester Emmanuela.

Die aktuelle Angermunder Hausgemeinschaft / © Jann Höfer (privat)
Die aktuelle Angermunder Hausgemeinschaft / © Jann Höfer ( privat )

Bis 2022 war die promovierte Musikwissenschaftlerin und Buchautorin Priorin in Köln. Das fünfeckige Klostergebäude in Angermund wurde von dem Kirchenarchitekten Emil Steffann (1899-1968) konzipiert.

Auf 2.500 Quadratmetern befinden sich eine Kapelle, ein Kreuzgang, Gemeinschaftsräume und rund 60 Klosterzellen.

Kölner Benediktinerinnen eröffnen Filiale in Düsseldorf

Die Benediktinerinnen Köln gründen einen zweiten Standort im Düsseldorfer Norden. Künftig werden sie dort das Dominikanerinnenkloster Sankt Katharina von Siena bewohnen. Die drei verbliebenen Dominikanerinnen zogen in ein altersgerechtes Gebäude nach Ratingen. Die Benediktinerinnen um die aus den Medien bekannte und als Autorin tätige Priorin Emmanuela Kohlhaas hatten in den vergangenen Jahren starken Zulauf erfahren. In Düsseldorf sollen vorerst sechs bis acht Ordensschwestern leben. (kna)

Schwester Emmanuela Kohlhaas / © Alexander Foxius (DR)
Schwester Emmanuela Kohlhaas / © Alexander Foxius ( DR )
Quelle:
KNA