Bedford-Strohm will mehr Ökumene wagen

"Türen stehen noch weiter offen"

Katholische und evangelische Christen sollen nach den Worten des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, stärker mit einer Stimme sprechen.

Reinhard Kardinal Marx (r.) und Heinrich Bedford-Strohm / © Lukas Barth (KNA)
Reinhard Kardinal Marx (r.) und Heinrich Bedford-Strohm / © Lukas Barth ( KNA )

In der Amtszeit von Papst Franziskus stünden "die ökumenischen Türen viel weiter offen", als sie es lange gewesen seien, sagte der bayerische Landesbischof am Mittwochabend in München. Er habe die große Hoffnung, "dass wir es wagen, durch diese ökumenischen Türen hindurchzugehen, bevor sie sich wieder schließen".

Mit einer Stimme sprechen

In einer Zeit, in der sich viele Gewalttäter auf den Islam beriefen, müssten sich die Religionen für ein friedliches Zusammenleben der Menschen einsetzen, ergänzte Bedford-Strohm. Niemand solle seine Identität dadurch gewinnen müssen, "dass er andere abwertet oder gar zu vernichten sucht". Die Christen seien berufen, "zu treibenden Kräften einer großen Lichtbewegung zu werden, die in die Dunkelheit unserer Tage helle Zeichen der Solidarität, der Empathie und der Zuversicht setzt", so der EKD-Ratsvorsitzende. "Nur wenn wir mit einer Stimme sprechen, können wir ein solch kraftvolles Licht sein."

Gottesdienst mit Kardinal Marx in München

Bedford-Strohm äußerte sich beim zentralen bayerischen Gottesdienst der Gebetswoche für die Einheit der Christen im Münchner Liebfrauendom. An der Feier nahmen auch der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, der rumänisch-orthodoxe Weihbischof Sofian von Kronstadt und der russisch-orthodoxe Erzpriester Nikolai Zabelitch teil. Die Gebetswoche wird seit 1908 gefeiert; sie findet jährlich vom 18. bis 25. Januar statt. Trägerin in Deutschland ist die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK).

Quelle:
KNA