BDKJ-Vorsitzender Podschun kritisiert Bischöfe

Zu wenig reformbereit

Der Bundesvorsitzende des katholischen Jugenddachverbands BDKJ wirft einem Teil der deutschen Bischöfe mangelnde Reformbereitschaft vor. Mit Blick auf die Vollversammlung des Synodalen Wegs sehe er eine "Krise des Bischofsamtes".

Gregor Podschun / © Max von Lachner (SW)
Gregor Podschun / © Max von Lachner ( SW )

Das sagte Gregor Podschun dem Portal katholisch.de (Donnerstag). Nach wie vor gebe es für "notwendige Veränderungen" nicht die erforderliche Mehrheit in der Bischofskonferenz. Dies habe das Vertrauen der Gläubigen in die Kirche zusätzlich beschädigt.

Enttäuscht über Ablehnung eines Grundsatzpapiers

Besonders enttäuscht äußerte er sich darüber, dass ein Grundsatzpapier zur Liberalisierung der katholischen Sexuallehre nicht die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit unter den Bischöfen bekommen hatte. Die Ablehnung sei nicht nur für ihn "überraschend und emotional" gewesen, zumal der Text, an dem auch er persönlich zweieinhalb Jahre lang mitgearbeitet habe, fundamental die Menschenrechte betreffe.

Abstimmungsgerät bei der vierten Synodalversammlung / © Max von Lachner (SW)
Abstimmungsgerät bei der vierten Synodalversammlung / © Max von Lachner ( SW )

Der Verbandsvorsitzende kritisierte außerdem, dass der Kampf gegen Missbrauch und dessen systemische Ursachen insgesamt im Synodalen Weg zu kurz komme: "Von großen systemischen Änderungen zur Verhinderung von Machtmissbrauch in der Kirche fehlt jede Spur!" Dabei sei der Missbrauchsskandal doch der Hauptanlass für das Reformprojekt gewesen.

Kompromissbereit zeigen

Er selbst, so Podschun weiter, sei immer verhandlungsbereit: " Ich stimme auch Kompromisstexten zu oder Vorlagen, bei denen meine radikalen Änderungsanträge durchgefallen sind." Nur so seien Reformen und Bewegung in der Kirche möglich: "Aber es gibt die konservativen Kräfte, die nicht einmal einen Millimeter von ihrer Position abweichen - und dann gegen den Grundtext zur Sexuallehre stimmen, weil ihnen ein Absatz nicht passt."

Vierte Synodalversammlung / © Julia Steinbrecht (KNA)
Vierte Synodalversammlung / © Julia Steinbrecht ( KNA )

Das sei ein großes Problem, und stelle das Prinzip der Synodalität insgesamt infrage, fügte er hinzu: "Es gibt die einen, die sich bewegen und die anderen, die sich nicht bewegen wollen." Podschun berichtete weiter, dass er darüber nachgedacht habe, seine Mitarbeit in der Synodalversammlung zu beenden. Es stehe die Frage im Raum, "ob es noch eine gemeinsame Grundlage für die Debatte auf dem Synodalen Weg gibt". Aber die Mitglieder des BDKJ erwarteten weiterhin vollen Einsatz für ihre Anliegen - deshalb mache er weiter. "Ich kämpfe für radikale Positionen", betonte der 31-Jährige.

Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ)

Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) ist der Dachverband von 17 katholischen Kinder- und Jugendverbänden mit rund 660.000 Mitgliedern. Er versteht sich in erster Linie als Interessenvertretung dieser Verbände in Kirche, Staat und Gesellschaft und kümmert sich darüber hinaus um die Absicherung der finanziellen Förderung.

Fahne des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) / © Harald Oppitz (KNA)
Fahne des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) / © Harald Oppitz ( KNA )
Quelle:
KNA