Brot für die Welt: Corona hat Krisen und Konflikte verstärkt

Auswirkungen der Pandemie auf Afrika

Das Hilfswerk der evangelischen Kirchen "Brot für die Welt" fürchtet gravierende Auswirkungen der Corona-Krise auf den afrikanischen Kontinent. Zwar gebe es keine dramatischen Ausbrüche, aber Lieferketten für wichtige Medikamente seien gestört worden.

Afrika auf einem Globus / © wael alreweie (shutterstock)
Afrika auf einem Globus / © wael alreweie ( shutterstock )

"Die Corona-Pandemie hat die internationalen Lieferketten wochenlang unterbrochen, so dass Malaria-Medikamente und Moskitonetze nicht mehr geliefert werden konnten", sagte die Afrikaexpertin Isabelle Uhe dem "Mannheimer Morgen" (Donnerstag).

In Afrika würden jährlich 250.000 Kinder an Malaria sterben. "Das sind alle zwei bis drei Minuten ein Kind", so Uhe. Das Coronavirus selbst habe in Afrika bisher noch keine dramatischen Ausbrüche verursacht. 

Besonders Menschen im informellen Sektor betroffen

"Knapp die Hälfte der Bevölkerung Afrikas ist jünger als 17 Jahre. Wie hierzulande werden auch in den afrikanischen Ländern die meisten jungen Menschen asymptomatisch sein", erklärte die Entwicklungshelferin. Zudem seien viele Staaten des Kontinents wegen vergangener Ebola-Epidemien gut vorbereitet gewesen.

Dennoch: "Corona hat die Folgen der vielen Krisen und Konflikte noch einmal verstärkt. Getroffen hat es vor allem die Menschen im informellen Sektor, die Kleinhändler, die ihren Lebensunterhalt in den Städten verdienen. Die haben unter den Lockdowns und Ausgangsbeschränkungen enorm gelitten", betonte Uhe.

Quelle:
KNA
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