Aufruf zum Gebet für verschleppte ukrainische Priester

"Wir dürfen nicht wegschauen"

Das Bistum Münster fordert die Freilassung zweier katholischer Ordensleute in der Ukraine, die von russischen Besatzungstruppen verschleppt worden sein sollen. Ihnen sollen "subversive Aktivitäten" vorgeworfen werden.

Symbolbild Kerzenlicht / © Bobby Stevens Photo (shutterstock)
Symbolbild Kerzenlicht / © Bobby Stevens Photo ( shutterstock )

Der Münsteraner Weihbischof Stefan Zekorn rief am Mittwoch zum Gebet für die Befreiung der Ordenspriester aus der Gefangenschaft auf. "Wir dürfen nicht wegschauen, wenn fundamentale Menschenrechte verletzt werden", sagte Zekorn, der auch bischöflicher Beauftragter für die Weltkirche in dem Bistum ist. Der Mut der Ordenspriester, sich in dieser Region seelsorglich zu engagieren, werde willkürlich durch die russischen Besatzer bestraft, kritisierte er. Die beiden Priester stünden exemplarisch für viele andere unschuldige Menschen in den besetzten Gebieten.

Vorwurf: "Subversive Aktivitäten"

Das Bistum Münster erklärte zudem die Unterstützung der Forderung des katholischen Hilfswerks Renovabis nach diplomatischen Bemühungen von deutscher Bundesregierung und Europäischer Union. Die beiden Priester wurden nach Angaben des katholischen Hilfswerks Renovabis durch russische Besatzungstruppen in Berdjansk verschleppt. Den beiden Ordenspriestern sollen "subversive Aktivitäten" vorgeworfen werden.

Der Exarch der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Diözese Donezk hatte die Vorwürfe gegen die Ordensleute zurückgewiesen. Die Priester hätten nur das "Wort Gottes und das Wort des Friedens für jeden Menschen verkündet", hatte er gegenüber dem Hilfswerk Renovabis bekräftigt. Erst als die beiden Priester verhaftet und weggebracht worden seien, hätten die Durchsuchung von Kirche und Pfarrhaus angeblich Waffen und Munition zutage gefördert.

Renovabis

Das Hilfswerk Renovabis versteht sich als Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit Osteuropa. Es wurde 1993 auf Anregung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) von den deutschen Bischöfen gegründet. Seither gibt es jedes Jahr eine mehrwöchige bundesweite Aktion. Sie endet jeweils am Pfingstsonntag mit einer Kollekte in den katholischen Gottesdiensten in Deutschland. Der lateinische Name des Hilfswerks geht auf einen Bibelpsalm zurück und bedeutet "Du wirst erneuern".

 © Renovabis
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Quelle:
epd