Die Stadtarchäologie Aachen hat mit Grabungen am Münsterplatz neben dem Dom begonnen. "Das ist in Aachen eine Operation am offenen Herzen", erklärte Stadtarchäologe Andreas Schaub am Mittwoch vor Journalisten. Die Grabungszone liege im Zentrum sowohl der römischen als auch der mittelalterlichen Stadt. Die Archäologen erhoffen sich vor allem Funde aus der Übergangszeit zwischen der Römerzeit und der Zeit Karls des Großen.
Die Arbeiten am Dom hatten laut Stadt am Montag begonnen. Die Grabungen beschränken sich auf zwei Baumscheiben von jeweils rund zwei bis drei Metern Durchmesser. Wann die Grabungen beendet sind, ist derzeit unklar. "Den Zeitpunkt können weder wir noch die Archäologen bestimmen, abhängig davon, was gefunden wird", sagte Sven Rachau von der städtischen Grünplanung. Nach dem Ende der Arbeiten sollen die Scheiben wieder mit Bäumen bepflanzt werden.
In der Zeit zurückblättern
Trotz der räumlich begrenzten Grabungsfläche konnten die Archäologen bereits einige Funde machen - etwa Reste von Tabakpfeifen aus dem Barock. Besonders wichtig ist für Schaub und sein Team des Archäologischen Arbeitskreises Aachen die Topographie des Bodens, also das Abbild verschiedener Besiedlungszeiten der Stadt in Form von Bodenschichten. "Wir sind hoffnungsfroh, dass wir uns vom Spätmittelalter zurückblättern können bis in die Römerzeit", so Schaub.
Die letzten Grabungen auf dem Gebiet des Münsterplatzes fanden nach Angaben des Stadtarchäologen zwischen 1910 und 1914 statt. Die Funde seien wegen der beiden Weltkriege allerdings verschwunden. In dem Areal lagen unter anderem bedeutende römische Heilbäder und womöglich die Außengrenzen der mittelalterlichen Kaiserpfalz. Zudem seien Gräberfunde möglich.