Antisemitismusbeauftragter Klein wechselt nach gut acht Jahren den Job

Zeit für einen Wechsel

Er war der erste Beauftragte der Bundesregierung gegen Antisemitismus. Zum Sommer übernimmt Felix Klein einen Posten in Paris. Im Interview spricht er über Gründe, persönliche Anfeindungen und Herzblut - und verrät, was ihn prägte.

Felix Klein / © Werner Schüring (KNA)
Felix Klein / © Werner Schüring ( KNA )

Der scheidende Beauftragte der Bundesregierung gegen Antisemitismus, Felix Klein, sieht die Zeit gekommen für einen Personalwechsel in dem Amt. “Kontinuität ist eine wichtige Voraussetzung, um diese Arbeit gut zu machen, aber es tut dem Amt ebenfalls gut, wenn nach einer Zeit jemand anderes übernimmt”, sagte Klein im Interview der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung”. 

In der vergangenen Woche war bekanntgeworden, dass Klein zum Sommer die Leitung der Ständigen Vertretung Deutschlands bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris übernehmen wird.

Erster Beauftragter für Antisemitismus

Mit Klein war zum 1. Mai 2018 erstmals ein Beauftragter der Bundesregierung berufen worden, der für die Bekämpfung von Antisemitismus und den Schutz und die Sichtbarmachung von jüdischem Leben zuständig ist. “Es war etwas Besonderes, als Beamter in dieses politische Amt zu kommen, neue Strukturen aufzubauen, der Erste in diesem Amt zu sein”, sagte er jetzt im Interview. 

“Nach dann rund acht Jahren in diesem Amt und vier weiteren Jahren, in denen ich mich im Auswärtigen Amt mit Antisemitismus und Holocausterinnerung beschäftigt habe, hielt ich es für an der Zeit, mich beruflich einem neuen Thema zuzuwenden.”

Anfeindungen im Beruf

Wenn man etwas verändern wolle, müsse man auch mal laut werden. “Das habe ich nach Kräften versucht”, so Klein. Er sei während seiner Amtszeit auch angefeindet worden, aber nicht körperlich. Es habe im Alltag Situationen gegeben, in denen er in unangemessener Weise angesprochen worden sei. 

Auch habe er entsprechende Mails erhalten. “Das ist unschön - aber dass ich Widerspruch bekommen würde, war mir klar.” Alles, was man tue, solle man mit Herzblut machen, aber gerade bei diesem Amt komme es entscheidend darauf an. “Man wird auch belohnt dadurch, dass man gehört wird.”

Wer Klein im Amt des Beauftragten der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus - so der offizielle Titel - nachfolgt, ist bisher offen. “Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hat mir gesagt, dass er sich persönlich um die Nachfolge kümmern wird”, sagte Klein. Es gebe gute Kandidaten.

Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung

Das Amt des Beauftragten der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus wurde 2018 eingerichtet und am Bundesministerium des Innern angesiedelt. Seit dem 1. Mai 2018 führt Dr. Felix Klein dieses Amt aus.

Antisemitismusbeauftragter der Bundesregierung: Felix Klein / © Rene Bertrand (dpa)
Antisemitismusbeauftragter der Bundesregierung: Felix Klein / © Rene Bertrand ( dpa )
Quelle:
KNA