Papst Leo XIV. sagt Nein zu Antisemitismus und Diskriminierung

"Gegen jede Form von Antisemitismus kämpfen"

Zum Gedenken an die Opfer des Holocausts hat Papst Leo XIV. zu Dialog, Frieden und einem entschiedenen Kampf gegen Antisemitismus aufgerufen. Die Kirche bleibe der Erklärung "Nostra Aetate" treu und lehne Hass und Ausgrenzung ab.

Papst Leo XIV. / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Papst Leo XIV. / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )

Papst Leo XIV. hat eine unerschütterliche Solidarität der katholischen Kirche mit den Millionen Opfern des Nationalsozialismus bekräftigt. 

"Heute, am Holocaust-Gedenktag, möchte ich daran erinnern, dass die Kirche der festen Position der Erklärung #NostraAetate gegen alle Formen des Antisemitismus treu bleibt und jede Diskriminierung oder Belästigung aufgrund der ethnischen Herkunft, Sprache, Nationalität oder Religion ablehnt", schrieb Leo auf der Plattform X am Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocausts am Dienstag.

Zugleich verlinkte der Papst die während des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) verabschiedete Erklärung "Nostra Aetate". Damit hatte die Kirche ihr Verhältnis zu den nichtchristlichen Religionen, insbesondere zum Judentum, neu definiert.

"Gegen Hass, Verfolgung, Antisemitismus"

In dem Text heißt es unter anderem: "Im Bewusstsein des Erbes, das sie mit den Juden gemeinsam hat, beklagt die Kirche, die alle Verfolgungen gegen irgendwelche Menschen verwirft, nicht aus politischen Gründen, sondern auf Antrieb der religiösen Liebe des Evangeliums alle Hassausbrüche, Verfolgungen und Manifestationen des Antisemitismus, die sich zu irgendeiner Zeit und von irgend jemandem gegen die Juden gerichtet haben."

Am Abend bekräftigte Papst Leo seine Forderungen nach stärkeren Bemühungen für den Frieden. Es gelte, "die Stimme zu erheben, den Dialog zu suchen, nicht die Gewalt, um Probleme zu lösen, besonders an diesem Tag, an dem wir des Holocaust gedenken", sagte Leo XIV. auf Fragen von Reportern vor seiner Rückkehr von seinem Zweitwohnsitz Castel Gandolfo in den Vatikan. "Lasst uns gegen jede Form von Antisemitismus kämpfen."

Die Nationalsozialisten hatten Millionen Menschen umgebracht. Rund sechs Millionen ermordete europäische Juden sind Opfer der Schoah. Seit 30 Jahren erinnert Deutschland am 27. Januar an die Opfer des Nationalsozialismus, seit 2005 ist der Tag ein internationaler Gedenktag.

Vor 60 Jahren begann mit "Nostra aetate" eine neue Epoche

Christen, Juden und Muslime in respektvollem Dialog - jahrhundertelang schien das undenkbar. Verfolgung, Kriege und gegenseitige Diffamierung prägten ihr Verhältnis von Anfang an. Vor 60 Jahren machte die katholische Kirche einen entscheidenden Schritt aus diesem Teufelskreis. Mit der Erklärung "Nostra aetate" (In unserer Zeit), die Papst Paul VI. am 28. Oktober 1965 kurz vor Ende des Zweiten Vatikanischen Konzils verkündete, reichte sie auch anderen Glaubensgemeinschaften die Hand.

Ahmad al-Tayyeb (l.), Großscheich der al-Azhar-Universität, und Papst Franziskus am 4. Februar 2019 während eines interreligiösen Treffens in Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate). / © Paul Haring  (KNA)
Ahmad al-Tayyeb (l.), Großscheich der al-Azhar-Universität, und Papst Franziskus am 4. Februar 2019 während eines interreligiösen Treffens in Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate). / © Paul Haring ( KNA )
Quelle:
KNA