Fachkräfte der Notfallseelsorge helfen Flutopfern

Amtshilfe aus Baden-Württemberg

Unterstützung aus dem Süden der Republik: 50 Fachkräfte für psychosoziale Notfallversorgung der Notfallseelsorge Baden-Württemberg und anderer Hilfsorganisationen sind zu einem dreitägigen Einsatz in den Kreis Ahrweiler aufgebrochen.

Notfallseelsorge im Flutgebiet / © Harald Oppitz (KNA)
Notfallseelsorge im Flutgebiet / © Harald Oppitz ( KNA )

Die Rheinische Landeskirche und das Bistum Mainz hatten um Amtshilfe gebeten, um den Menschen beizustehen, die noch Angehörige vermissen oder andere existenzielle Sorgen nach der Flut haben. Die eigenen Seelsorger seien teilweise am Ende ihrer Kräfte und bräuchten Erholung. Am Donnerstag soll ein zweites Team aus Baden-Württemberg das erste ablösen.

Notfallseelsorge ein ökumenisches Angebot

Die Notfallseelsorge ist ein ökumenisches Angebot der Kirchen, das Menschen in akuten Krisen wie Unglückfällen beistehen soll. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit den Rettungs- und Hilfsdiensten. Neben Pfarrerinnen und Pfarrern engagieren sich viele Ehrenamtliche in diesem Bereich, die speziell für diese Aufgabe geschult wurden.

Seit 1998 sind die Notfall-Beauftragten der evangelischen Landeskirchen in der Konferenz Evangelischer Notfallseelsorger organisiert. Ihr entspricht auf katholischer Seite die Konferenz der Diözesanbeauftragten für Notfallseelsorge.

Große Einsätze waren etwa die ICE-Katastrophe in Eschede bei Celle am 3. Juni 1998 oder auch der Tsunami 2004. Damals wurden deutsche Notfallseelsorger nach Thailand geschickt. In der Mehrheit stehen die Notfallseelsorger aber bei der sogenannten "stillen Katastrophe im dritten Stock" den Menschen bei. Sie begleiten Angehörige nach einem Suizid oder plötzlichen Kindstod oder überbringen oftmals gemeinsam mit Polizisten die Nachricht, wenn ein nahestehender Mensch verunglückt ist.

Quelle:
KNA
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