Afrikanische Länder freuen sich auf Papst als Friedensboten

"Als Vermittler von Versöhnung"

Mit Vorfreude und Enthusiasmus haben die Ortskirchen von Algerien, Kamerun, Angola und Äquatorialguinea auf die Ankündigung eines baldigen Papstbesuchs reagiert. Leo XIV. will die vier Länder im April bereisen.

Papst Leo XIV. / © Marco Iacobucci Epp (shutterstock)

Der Vatikan hatte vergangene Woche mitgeteilt, dass Leo XIV. vom 13. bis 23. April die vier Länder im Rahmen einer zehntägigen Reise besuchen will. Wie unterschiedlich die Schwerpunkte dieser Reise sein werden, brachten am Montag die dortigen Kirchenführer zum Ausdruck.

Jean-Paul Vesco (VN)
Jean-Paul Vesco / ( VN )

In Algerien wird Leo XIV. als erster römischer Papst überhaupt empfangen. Kardinal Jean-Paul Vesco, Erzbischof von Algier, bezeichnete die Reise bei Vatican News als "ein bedeutendes Zeichen für die Kirche im Land und für den Dialog zwischen Christen und Muslimen".

Ein zentraler Programmpunkt werde Annaba sein, das frühere Hippo Regius und Wirkort des antiken Heiligen Augustinus; dem Impulsgeber für jene Ordensgemeinschaft, der auch Leo XIV. angehört. 

Vesco fragte dazu: "Wer hätte sich 430 vorstellen können, dass 16 Jahrhunderte später ein Papst, der sich auf Augustinus beruft, diese Stadt besucht?"

"Eine Märtyrerkirche"

Vesco betonte die Bedeutung der kleinen katholischen Gemeinschaft in Algerien, die ihr Oberhaupt unter anderem in der Marienbasilika in Algier empfangen wird. Die Kirche sei im Alltag der Gesellschaft präsent geblieben, auch während der "schwarzen Dekade" der 1990er Jahre und des Unabhängigkeitskrieges. 

Bis heute sei es eine "Märtyrerkirche, die den Preis des Blutes bezahlt hat für ihren Wunsch, weiter das Evangelium zu verkünden", so der Kardinal. Die Algerier seien ein widerstandsfähiges Volk, das viel Leid erfahren habe. Ein Schwerpunkt der Reise werde auf dem Dialog der Religionen als Teil des alltäglichen Zusammenlebens liegen.

Straßenszene in Douala, Kamerun / © akturer (shutterstock)
Straßenszene in Douala, Kamerun / © akturer ( shutterstock )

In Kamerun will der Papst außer der Hauptstadt Yaoundé auch Bamenda und Douala besuchen. Die anglophone Region ist von einem lang anhaltenden Konflikt betroffen, der mehr als 1.800 Tote, rund 500.000 Binnenvertriebene und Zehntausende Geflüchtete nach Nigeria gefordert hat.

"Versöhnung und Gerechtigkeit"

Erzbischof Andrew Nkea Fuanya von Bamenda, auch Vorsitzender der Bischofskonferenz, wertet die Visite als Zeichen der Solidarität und Hoffnung, besonders in seiner im Nordwesten gelegenen, von Gewalt, Entführungen und Vertreibungen geprägten Diözese. Leo XIV. komme als "Botschafter des Friedens, als Vermittler von Versöhnung und Förderer von Gerechtigkeit".

Erzbischof José Manuel Imbamba, Präsident der Bischofskonferenz von Angola und São Tomé und Príncipe (Vatican News)
Erzbischof José Manuel Imbamba, Präsident der Bischofskonferenz von Angola und São Tomé und Príncipe / ( Vatican News )

In Angola rief Erzbischof José Manuel Imbamba angesichts der Ankündigung aus Rom zu Hoffnung und Einheit auf. Die Ortskirche wolle bei der Visite auf ihr Wirken in den Bereichen Seelsorge, Soziales und Bildung verweisen, ihre lokalen Kirchenstrukturen stärken und die Kontakte zwischen Gemeinden, Bischöfen und Gläubigen intensivieren.

Als "Bote des Friedens" und als Schöpfer "größerer Einheit in Kirche und Gesellschaft" wird der Papst auch in Äquatorialguinea erwartet. Der Bischof von Mongomo, Juan Domingo Beka Esono Ayang, sprach von großer Vorfreude in der Bevölkerung. 

Überall bereiteten sich die Gläubigen mit Gebeten, Novenen und Glaubensunterweisungen auf Leo XIV. vor. Inhaltliche Schwerpunkte der Reise seien in Malabo Bildung, in der Basilika von Mongomo Glaubensverkündigung sowie in Bata Jugend und Familie als tragende Säulen von Kirche und Gesellschaft.

Quelle:
KNA