Schweizergarde begeht Ehrentag in kleinem Rahmen

Abgespeckte Zeremonie

Mit einer Feier in kleinem Rahmen hat die Päpstliche Schweizergarde jener 147 Gardisten gedacht, die bei der Plünderung Roms 1527 ums Leben kamen. Wegen der Corona-Pandemie fiel die Zeremonie diesmal etwas schmaler aus.

Schweizergardist mit Mundschutz / © Alessandra Tarantino (dpa)
Schweizergardist mit Mundschutz / © Alessandra Tarantino ( dpa )

Bei einer Messe mit anschließender Kranzniederlegung am Mittwochabend wurde an das für die Garde wichtige Datum des 6. Mai 1527 erinnert. Die an diesem Tag traditionelle Vereidigung neuer Rekruten ist wegen der Corona-Pandemie auf den 4. Oktober verlegt.

Messe in der Kirche des Campo Santo Teutonico

Die Messe fand in der Kirche des Campo Santo Teutonico statt. Diese hat für die Schweizergarde eine besondere Bedeutung: in einer Seitenkapelle sind die sterblichen Überreste der gefallenen Gardisten beigesetzt. Im Mai 1527 hatten rund 22.000 spanische und deutsche Söldner Rom erobert und geplündert. 42 Schweizergardisten gelang es damals, Papst Clemens VII. in die Engelsburg in Sicherheit zu bringen.

In seiner Predigt wies Luigi Roberto Cona vom vatikanischen Staatssekretariat auf die Bedeutung des Opfers aus christlicher Sicht hin. Aus dem Märtyrertod der ersten Christen, die im nahe gelegenen Zirkus des Nero getötet wurden, über die gefallenen Gardisten beim "Sacco di Roma" zur Rettung des damaligen Papstes Clemens VII. bis zu den alltäglichen Opfern im Einsatz für andere sei stets etwas Größeres gewachsen. Möglich seien Verzicht, Selbstverleugnung und Hingabe nur aus dem Glauben an etwas, das größer ist, als das, auf was man verzichtet.

Kleinere Anzahl von Gardisten anwesend

Die Kranzniederlegung nach der Messe fand am "Platz der Protomärtyrer" statt. An dieser Stelle zwischen Campo Santo und Petersdom stand in der Antike der Obelisk des Zirkus des Nero, in dem unter anderem der Apostel Petrus starb. In einer kurzen Ansprache in drei Sprachen erinnerte Oberst Christoph Graf an die besonderen Umstände des diesjährigen Gedenktages. Die Illusion der modernen Gesellschaften, eine solche Pandemie problemlos meistern zu können, sei zerplatzt. Opfer seien vor allem alte und kranke Menschen gewesen.

Im Anschluss wurden anwesende Gardisten für langjährige Verdienste für den Heiligen Stuhl ausgezeichnet. Die dieses Jahr neu zu vereidigenden Gardisten nahmen nicht wie üblich komplett an der Zeremonie teil, sondern wurden durch je einen Kameraden ihrer jeweiligen Landessprache vertreten.

Quelle:
KNA