47 Holocaust-Überlebende aus der Ukraine in Deutschland

Besondere Verantwortung

Deutschland habe ein besondere Verantwortung gegenüber den Holocaust-Überlebenden, die noch in der Ukraine leben. Mitte März wurde der KZ-Überlebende Boris Romantschenko in Charkiw bei einer Bombardierung getötet.

Eine alte Frau, die vor dem Krieg und dem russischen Angriff aus der Ukraine flieht / © Marton Monus (dpa)
Eine alte Frau, die vor dem Krieg und dem russischen Angriff aus der Ukraine flieht / © Marton Monus ( dpa )

Deutschland hat nach Angaben des Bundesinnenministeriums 47 pflegebedürftige jüdische Holocaust-Überlebende aus der Ukraine aufgenommen. Innenministerin Nancy Faeser (SPD) sprach in den Zeitungen der Funke Mediengruppe am Donnerstag in diesem Zusammenhang von einer "besonderen Verantwortung als Deutsche".

Menschen vor brutalem Angriff schützen

Die Ministerin nannte es zudem als eine der wichtigsten Aufgaben, "alles zu unternehmen, dass dieser Krieg schnellstens endet". "Und zugleich müssen wir die Menschen aus der Ukraine vor diesen entsetzlich brutalen Angriffen schützen", fügte sie hinzu. "Wir geben ihnen eine vorübergehende Heimat. Das ist uns europaweit in diesen ersten Kriegswochen sehr gut gelungen."

Rund sechs Wochen nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine sind in Deutschland 313.200 Flüchtlinge registriert worden. Die tatsächliche Zahl liegt wahrscheinlich aber höher, weil es an der deutsch-polnischen Grenze keine regulären Kontrollen gibt und sich Menschen mit ukrainischem Pass zunächst für 90 Tage frei in der EU bewegen können. Sie müssen sich erst registrieren, wenn sie staatliche Leistungen beantragen.

Holocaust-Überlebender in Charkiw getötet

Der ukrainische Holocaust-Überlebende Boris Romantschenko ist bei einem russischen Bombenangriff in Charkiw in seiner Wohnung getötet worden. Der 96-Jährige hatte als junger Mann mehrere NS-Konzentrationslager überlebt. Der Bundestag gedachte am 22. März in einer Schweigeminute Romantschenko. Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt erinnerte an die historische Verantwortung Deutschlands auch für die Ukraine. Der Tod mahne, "alles uns Mögliche zu tun, um diesen grausamen Krieg zu stoppen und den Menschen in der Ukraine zu helfen".

Boris Romantschenko (2. v.r.) erneuert 2015  in der KZ-Gedenkstätte Buchenwald den Schwur von Buchenwald vom 19. April 1945. / © Michael Reichel (dpa)
Boris Romantschenko (2. v.r.) erneuert 2015 in der KZ-Gedenkstätte Buchenwald den Schwur von Buchenwald vom 19. April 1945. / © Michael Reichel ( dpa )

 

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epd