Der Würzburger Bischof Franz Jung hat in seiner Predigt zu Christi Himmelfahrt auf dem Katholikentag vor dem Missbrauch von Religion für politische Zwecke gewarnt. Mit Blick auf das Motto "Hab Mut, steh auf!" rief er dazu auf, Machthabern zu widersprechen, die ihre Allmachtsfantasien religiös verbrämten. Gottes Reich gründe nicht auf Gewalt, Unterdrückung oder Einschüchterung. Wo Menschen behauptet hätten, im Namen Gottes zu herrschen, seien "Blutbäder" entstanden. Christus rufe dagegen dazu auf, Frieden zu stiften und einander zu dienen.
Zugleich beschrieb Jung Christus als "Hoffnungsanker", an dem sich Menschen in Krisen und Ängsten festhalten könnten. Christen hätten mit Christus einen Mittler bei Gott, weshalb kein Gebet ungehört verhalle. Gebet halte die Beziehung zu Gott lebendig und gebe Kraft, den Weg ins Leben zu finden.
Für die Würde des Menschen eintreten
Der Bischof betonte außerdem die Würde jedes Menschen. Christen müssten deshalb für den Schutz des ungeborenen Lebens ebenso eintreten wie für die Würde kranker, behinderter und sterbender Menschen. Kirche müsse besonders an der Seite der Schwächsten stehen.
Mit Blick auf Reformen innerhalb der Kirche sagte Jung, das Katholikentagsmotto gelte auch für aktuelle Fragen des kirchlichen Lebens. Genannt wurden die Stellung der Frau in kirchlichen Ämtern, ein tieferes Verständnis von Synodalität und die Frage, wie Machtmissbrauch verhindert werden könne. Dass diese Themen heute offen diskutiert würden, sei nur möglich, weil Menschen mutig ihre Erfahrungen erzählt hätten.
Die Eucharistie schenke Kraft
Zum Schluss verwies Jung auf die Eucharistie als Kraftquelle der Christen. Der Herr rufe den Gläubigen zu: "Steh auf und iss, sonst ist der Weg zu weit für dich." Die Eucharistie schenke Kraft, den Glauben zu leben und die Welt zu verändern.