Ausgehend vom Tempelweihespruch Salomos erklärt Domkapitular Hans-Josef Radermacher in seiner Predigt in der Kapitelsmesse am Montag der fünften Woche im Jahreskreis, dass Gott zwar einen konkreten Ort hat, an dem er verehrt wird, zugleich aber Geheimnis bleibt und sich menschlichem Zugriff entzieht. Er wohne "im Wolkendunkel" und sei deshalb nicht sichtbar, sondern nur im Glauben erfahrbar. Gerade darin liege Trost: In Krankheit, Not und Aussichtslosigkeit bleibe Gott gegenwärtig, auch wenn er verborgen scheint.
Die Predigt deutet das Evangelium so, dass Menschen Jesus berühren wollen, um Halt und Heilung zu finden. Markus berichte, dass alle, die ihn berührten, geheilt wurden. Jesus wirke nicht durch Worte, sondern durch Nähe und Liebe. Auch heute geschehe Heil oft durch kleine Gesten. Jesus sei im Gebet, in der Eucharistie und im leidenden Mitmenschen berührbar und rufe dazu auf, empfangene Liebe weiterzugeben.